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Allergien sind die Epidemien des 21. Jahrhunderts

Kongress in Berlin

Allergien sind die Epidemien des 21. Jahrhunderts: Besonders gehäuft treten sie in den industriell entwickelten Ländern auf. In einer Schulklasse leiden schon mindestens zwei Kinder an Allergien. Bei Erwachsenen ist es mittlerweile jeder vierte, wie der Direktor der Klinik für Pädiatrie (Kinderheilkunde) mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie an der Charité, Ulrich Wahn, am Mittwoch sagte. Rund 5.000 Wissenschaftler aus 80 Nationen diskutieren bis Sonntag auf dem XX. Kongress der Europäischen Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie (EAACI) im Berliner ICC neue Forschungsansätze, Strategien und Konzepte.

Wohlstand und Allergien sind ein Paar geworden. Mediziner sprechen von der Lifestyle-Krankheit oder dem Leiden der Upper class. Mittlerweile haben auch die neuen Bundesländer aufgeholt und sich dem Aufwärts-Trend angepasst. Ein bisschen Schmutz muss sein, vor allem in ganz jungen Jahren, denn zu viel Hygiene macht offenbar krank, asthmakrank, wie Wahn sagt. Zudem habe der bessere Chancen, der im ersten Lebensjahr zwei- bis dreimal verschnupft sei, im späteren Leben nicht allergisch zu reagieren. Wohlgemerkt Schnupfen, nicht Erkrankungen der tieferen Atemwege.

Große Hoffnungen setzen Wissenschaftler auf die experimentelle Immunologie. Dabei spielt das IgE, ein Immunglobolin, die tragende Rolle. Experten wussten lange nicht, wozu dieser rudimentäre, aber überschießend reagierende Antikörper dient, fanden aber nun heraus, dass IgE in tropischen Ländern Darm-, speziell Wurmerkrankungen abwehrt. In unseren Breitengraden ist das Immunglobolin im Blut praktisch beschäftigungslos geworden und hat sich neue Betätigung gesucht: Allergene.

Die überschießende Reaktion des IgE wollen Wissenschaftler nun ausbremsen, was ihnen im Mäuseversuch bereits gelungen ist. Noch in diesem Jahr soll ein neu entwickeltes Präparat, die sogenannte

Impfung, auf den Markt kommen. Allerdings müsse der Antikörper alle vier Wochen gespritzt werden, sagt Wahn. Doch das könne für die Therapie von schweren Allergie-Fällen ein enormer Fortschritt sein.

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