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Prozess in Großbritannien wegen "Entwaffnung" eines Atom-U-Bootes

Atomwaffen

Am Montag wurde in Großbritannien der Prozess gegen zwei Mitglieder der internationalen Pflugscharenorganisation "Trident Plougshares" fortgesetzt, die ein britisches Atomwaffen-U-Boot vom Typ Trident beschädigt haben. Die friedenspolitische Organisation beruft sich bei ihren Aktivitäten unter anderem auf den Internationalen Gerichtshof, der 1996 erklärte, dass Atomwaffen gegen die Menschenrechte verstoßen. Denn sie könnten nicht zwischen zivilen und militärischen Zielen unterscheiden. Daher sei die Drohung und der Einsatz von Atomwaffen nicht rechtsmäßig.

Die beiden Aktivistinnen von Trident Plougshares hatten im Februar 1999 die Radarschutzschicht des vierten Atom-U-Boots Großbritanniens kurz vor seinem Stapellauf beschädigt. Die Frauen hatten "death machine" auf die empfindliche Außenhaut des damals nagelneuen Kriegsschiffes geschrieben. Außerdem beschädigten sie Testmaterial in der Schaltzentrale des U-Bootes, das von den Militärs auf "Vengeance" (Rache) getauft worden war.

Die Vengeance lag damals in Barrow an der nordwestküste Englands in der Produktionsstätte der Trident-U-Boote. Das Atom-U-Boot stand kurz vor der Auslieferung, die sich durch die Aktion der Friedensaktivistinnen verzögerte. Die beiden Frauen, Anfang und Ende 20, errangen im Laufe des Prozesses in einem Anklagepunkt bereits einen Freispruch.

Die Friedensorganisation Trident Plougshares wurde im Mai 1998 in Großbritannien gegründet, um zunächst die Abrüstung der britischen Atomwaffen zu erwirken. Da die Regierung keine Abrüstungsschritte unternehme, wozu sie sich mit der Unterzeichnung des Atomwaffenvertrags bereits vor rund 30 Jahren verpflichtet hat, versucht die Organisation mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen diesen Prozess jetzt in Gang zu setzen. Neben Mahnwachen und Blockaden gehört auch das direkte "Entwaffnen" der Atom-U-Boote zu den Aktionsformen.

In einer weiteren Aktion im Juni 1999 haben drei Frauen in der Trident-Teststation "Maytime" an der schottischen Westküste Computer, Faxgeräte und Disketten entwendet und ins Meer geworfen. Die Aktivistinnen waren vier Monate bis zum Prozess inhaftiert und wurden schließlich freigesprochen. Die Richterin war der Auffassung, dass die Friedensaktivistinnen in dem Glauben gehandelt hatten, dass Atomwaffen gegen internationales Recht verstoßen, da die Atom-U-Boote als Bedrohung wahrgenommen werden könnten. Sie handelten in der Überzeugung, internationales Recht zu verteidigen.

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