Bürgschaft für Voith Siemens
Vertreibung der Bevölkerung durch Staudamm in Indien befürchtet
Die Hermesbürgschaft für den Tehri-Damm soll geplante Lieferungen der Firma Voith Siemens gegen politische und wirtschaftliche Risiken absichern. Sowohl die deutsche Botschaft in Delhi als auch das Bundeswirtschaftsministerium sollen sich für eine Übernahme der Exportbürgschaft ausgesprochen haben. Die endgültige Entscheidung des IMA steht jedoch noch aus.
Der Staudamm bedroht laut urgewald unmittelbar 107 Dörfer im indischen Himalaya sowie die in unmittelbarer Nähe des Dammes gelegene Stadt Tehri mit ihren zahlreichen historischen Tempeln und einer Palastanlage aus dem 18. Jahrhundert. Rund 100.000 Menschen müssen für das Projekt umgesiedelt werden. "In der Realität läuft das jedoch auf Vertreibung hinaus. Indische Zeitungen berichten seit vielen Jahren darüber, dass die Entschädigungsgelder in Korruptionskanälen versickern und die Bevölkerung mit leeren Händen dasteht", erklärt Schücking
Bereits seit dem 30. März 2001 haben mehrere Tausend Dorfbewohner den Dammplatz besetzt. Sie trugen Schilder mit der Aufschrift "Land für Land" und "Kein Damm ohne Land", um gegen ihre Vertreibung zu protestieren. Durch den friedlichen Protest mussten die Arbeiten am Damm 24 Tage lang ruhen. Am Sonntag, den 22. April räumte dann die Polizei den Bauplatz und verhaftete 84 Personen.
Als die Bevölkerung den Bauplatz daraufhin erneut besetzte, wurde der Protest in einem ungewöhnlich brutalen Polizeieinsatz am Dienstag, den 24. April niedergeschlagen. Über 50 Demonstranten wurden verhaftet, darunter auch der in ganz Indien hochangesehene Anführer der Tehri-Protestbewegung, Sunderlal Bahuguna. Der 75 Jahre alte Bahuguna ist ein ehemaliger Schüler und Mitstreiter Gandhis. Er hatte bereits 1996 durch einen aufsehenerregenden 74-taegigen Hungerstreik die indische Regierung gezwungen, zeitweilig die Arbeiten am Tehri-Damm einzustellen und eine Kommission zur Überpruefung des Projekts einzuberufen.
Im Gefängnis von Neu-Tehri hat Bahuguna gemeinsam mit einigen anderen erneut einen unbefristeten Hungerstreik begonnen. Um weitere Proteste zu verhindern, hat die indische Regierung im Projektgebiet jede Ansammlung von mehr als vier Personen verboten.
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Am 02. Mai. 2001 unter:
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