Gentechnik-Diskussion
Marburger Bund: Wirtschaftliche Interessen vor Ethik
Schröder hatte sich am Wochenende dafür ausgesprochen, die Chancen der Gentechnik verstärkt zu nutzen und damit Bundespräsident Johannes Rau widersprochen, der in seiner "Berliner Rede" zur Zurückhaltung gemahnt hatte. Auch der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Ernst-Ludwig Winnacker, verteidigte die Forschung mit Embryonen. Sie eröffne völlig neue Therapiechancen für schwere Krankheiten, sagte er am Sonntagabend in der ARD.
Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) unterstützt dagegen Raus Kurs ohne Einschränkung. Es gebe derzeit keinen Bedarf für neue Gentechnik-Gesetze, sagte sie dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe). Unterstützung kam auch von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU). Leben dürfe nicht für anderes Leben verfügbar gemacht werden, sagte er. Mit Sicherheit dürfe das nicht aus wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Gründen geschehen. Ethische Fragen müssten davon getrennt betrachtet werden.
Klinikärzte-Chef Montgomery sagte, die Linie sei klar: "Über die PID in die embryonale Stammzellenforschung zum therapeutischen Klonen." Aber weder die PID, noch die embryonale Stammzellenforschung seien erfolgreiche Verfahren bei der Bekämpfung von Krankheiten. Montgomery kritisierte auch den vom Kanzler berufenen Nationalen Ethikrat: "Der Kanzler hat so lange gesucht, bis er ein Gremium gefunden hat, das ihm die Ethik liefert, die er will."
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Am 21. Mai. 2001 unter:
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