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Wirtschaft prellt ehemalige Zwangsarbeiter um Zinsen

Verband für NS-Verfolgte

Der Streit um die Zinsen auf den Anteil der Wirtschaft an der Entschädigungssumme für ehemalige NS-Zwangsarbeiter verschärft sich. Mit den derzeit angebotenen 100 Millionen Mark Zinsen prelle die Stiftungsinitiative der Wirtschaft die Überlebenden um einen Teil der ihnen zustehenden Gelder, kritisierte der Sprecher des Bundesverbandes Information und Beratung für NS-Verfolgte, Lothar Evers, am Freitag in Köln. Evers warf dem Sprecher der Stiftungsinitiative, Wolfgang Gibowski, vor, dieser verbreite "bewusst die Unwahrheit", um "den Anteil seiner Arbeitgeber an der NS-Zwangsarbeiterentschädigung gering zu halten".

Gibowski hatte erklärt, die Stiftungsinitiative werde zusätzlich zu ihrem Anteil von fünf Milliarden Mark weitere 100 Millionen Mark an Zinsen in den Entschädigungsfonds einzuzahlen. Dieser Betrag sei so in einer gemeinsamen Erklärung aller Beteiligten vom Juli vergangenen Jahres festgelegt. Dagegen betonte Evers, in der deutschen wie in der englischen Fassung des Textes stehe eindeutig, die Wirtschaft müsse ihren Anteil so anlegen, "dass damit vor und nach ihrer Übergabe an die Stiftung Zinserlöse in Höhe von mindestens 100 Millionen Mark erzielt werden". Demzufolge müsse die Wirtschaft die gesamten angefallenen Zinsen in Höhe von mindestens 150 Millionen Mark an den Fonds überweisen.

Die Abweisung der in den USA anhängigen Klagen hat sich Evers Ansicht nach vor allem deshalb verzögert, weil die Stiftungsinitiative sich so lange geweigert hat, ihren Anteil als Sicherheit im Fonds zu hinterlegen. Jetzt wollten die 16 Gründungsunternehmen der Stiftungsinitiative den Zinsgewinn aus dieser Verzögerung zur Reduzierung ihrer Kosten nutzen. Dies sei "ein Zeichen mangelnder Verantwortung und kleinlicher Pfennigfuchserei", fügte Evers hinzu.

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