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Wirtschaft verhält sich "kaltschnäuzig und kleinlich"

Günther Grass

Das langwierige Tauziehen um die Entschädigungszahlungen für ehemalige NS-Zwangsarbeiter ist nach Ansicht von Literaturnobelpreisträger Günter Grass eine Blamage für die Wirtschaft. Dass Woche für Woche Hunderte ehemaliger Zwangsarbeiter wegsterben, habe man ungerührt angehört und abstrakt auf Rechtssicherheit gepocht, kritisiert Grass in der Sendung "polis", die am Montag im WDR-Fernsehen ausgestrahlt wird. Grass sprach von "Kaltschnäuzigkeit und Hartherzigkeit ohnegleichen", teilte der WDR am Sonntag vorab mit. "Dass man nun auch noch kleinlich hinterher nicht die gesamten aufgelaufenen Zinsen auszahlen will, ist ein Beleg dafür, mit welcher Mentalität man es zu tun hat", kritisierte der Literat.

Die Blamage der deutschen Wirtschaft vor der Weltöffentlichkeit werde nicht wegzuwischen sein. Aus Enttäuschung über die zögerlichen Einzahlungen der Wirtschaft in den Stiftungsfond startete Grass zusammen mit Hartmut von Hentig und Carola Stern im vergangenen Sommer eine eigene Sammelaktion zugunsten ehemaliger Zwangsarbeiter. Über vier Millionen Mark sind nach WDR-Angaben bislang zusammengekommen.

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