NS-Verbrechen

Am Mittwoch Urteil gegen SS-Wachmann Malloth

Im Mordprozess gegen den mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher Anton Malloth wird am morgigen Mittwoch um 11.00 Uhr im Gefängnis München-Stadelheim das Urteil gesprochen. Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Haftstrafe wegen eines Mordes und eines Mordversuchs. Die Verteidigung verlangt einen Freispruch, weil sie Zweifel an den Aussagen der Hauptbelastungszeugen hat.

In dem Verfahren hatten zwei Augenzeugen schwere Anschuldigungen gegen den wohl letzten lebenden Aufseher des Gestapo-Gefängnisses "Kleine Festung Theresienstadt" vorgebracht. Ein tschechisches Gericht hatte Malloth bereits 1948 zum Tode verurteilt. Der mutmaßliche NS-Verbrecher war damals in Innsbruck inhaftiert, wurde jedoch bald wieder freigelassen. Gegen ihn wurde in Deutschland in 756 Fällen wegen Gewaltverbrechen ermittelt. Die Ermittlungen wurden in den siebziger Jahren mit der Begründung eingestellt, er sei nicht auffindbar. Auf Grund einer Aussage rollte die Staatsanwaltschaft den Fall Anfang 2000 wieder auf. Am 25. Mai vorigen Jahres wurde der inzwischen bei München lebende Malloth verhaftet.

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