Bundestags-Debatte
Politiker wollen Grenzen für Gentechnik ziehen
Schröder, der in der Debatte ausdrücklich als Parlamentarier und nicht als Kanzler sprach, betonte, dazu müsse es eine breite öffentliche Debatte geben. Die Entscheidung, was im Einzelnen ethisch vertretbar ist, setze umfassende und vorurteilsfreie Information voraus. Dies gelte nicht nur für das Parlament, sondern für die ganze Gesellschaft. Das bestehende Embryonenschutzgesetz lasse genügend Spielraum für Wissenschaft und Forschung, betonte Schröder. Deshalb sei der Bundestag gut beraten, das Gesetz nicht vorschnell zu ändern.
Schröder warnte zugleich davor, Forschung und Wissenschaft grundsätzlich "dunkle, unethische Motive zu unterstellen". Es möge Scharlatane geben, die meisten Wissenschaftler forschten jedoch mit dem großartigen Ziel, Menschenleben zu retten. Dafür hätten sie Respekt und Anerkennung verdient. Der Wunsch vieler Ärzte, ihre ärztliche Pflicht, alles für die Heilung von Krankheiten zu unternehmen, sei ebenso zu respektieren, wie die Achtung vor der Schöpfung. Beides schließe sich nicht aus.
Zugleich verteidigte Schröder die Einrichtung des umstrittenen Nationalen Ethikrates. Dies solle kein Ersatz-Parlament sein, sondern eine Möglichkeit, die Diskussion in der Gesellschaft breiter zu gestalten.
Schröder warnte vor vorschnellen Beschränkungen der Möglichkeiten der Gentechnik. Maßstab müsse die grundgesetzlich garantierte Würde des Menschen sein. Das eigentliche Potenzial der neuen Technologie liege aber in den Chancen für Medikamente und Heilverfahren gegen schwerste Krankheiten.
Unions- Fraktionschef Friedrich Merz wandte sich gegen die Präimplantations-Diagnostik. Dadurch könne der Selektion Tür und Tor geöffnet werden. Die ehemalige Gesundheitsministerin Andrea Fischer begründete die Haltung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) nicht zuzulassen. "Wir wollen nicht zulassen, dass Kinder nach ihren gesundheitlichen Eigenschaften ausgewählt werden," erklärte Fischer.
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Am 31. Mai. 2001 unter:
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Wildlachs aus mehr als 300 Flüssen verschwunden »
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