CDU-Bankenskandal
Berlin steht vor Neuwahlen
Am Donnerstag soll der Misstrauensantrag gegen Diepgen gestellt werden, am darauf folgenden Samstag könnte dann die Abstimmung stattfinden, die den "blassen Eberhard" nach insgesamt 16 Jahren als Regierender aus dem Amt jagen dürfte. Während die Abwahl Diepgens nach der CDU-Bankenaffäre und dem dadurch verursachten Milliardenloch im Berliner Haushalt von der rot-rot-grünen Mehrheit im Landesparlament alleine zu erreichen ist, muss für Neuwahlen auch die CDU zustimmen. Die Union verweigert sich diesem Wunsch zwar nicht grundsätzlich, möchte aber den geplanten Termin am 23. September nicht akzeptieren, sondern wünscht den Urnengang später im Herbst. Am 23. September wird in Hamburg gewählt, und die sich abzeichnende Wahlschlappe der dortigen rot-grünen Regierung könnte auch Auswirkungen auf das Berliner Ergebnis haben - wenn denn die beiden Wahlen nicht gleichzeitig stattfinden.
Auf die Verhandlungen zwischen den Parteien nicht warten will die Initiative "Neuwahlen jetzt". Die Gruppe um die Stadtälteste Ella Barowsky (FDP), den "Kultur-Kaufhaus"-Unternehmer Peter Dussmann, den stellvertretenden ver.di-Chef von Berlin-Brandenburg, Andreas Köhn, den Intendanten des Deutschen Theaters, Thomas Langhoff, die Publizistin Lea Rosh und den Schüler Sebastian Schlüsselburg hat mit Unterstützung der Oppositionsparteien PDS und Grüne sowie der nicht im Abgeordnetenhaus vertretenen FDP seit Samstag 10 Uhr bereits 30.000 Unterschriften für ihr Neuwahl-Volksbegehren gesammelt. Ursprünglich hatten sie damit gerechnet, bereits im Laufe des Sonntags die nötigen 50.000 Unterschriften zusammen zu bekommen, doch das eisige Regenwetter hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht.
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Am 10. Jun. 2001 unter:
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« Kyoto-Protokoll wegschmelzen - Klimakonferenz verhindern
Erste Proteste gegen neuen Castor-Transport »

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