Atomkonsens
Protest gegen Unterzeichnung der "Bestandsgarantie für AKW"
Die Energieversorger RWE, EnBW, E.ON und HEW wollen sich dagegen die Hintertür für künftige Entwicklungen offen lassen. Der Düsseldorfer E.ON-Konzern billigte die Vereinbarung gestern als "pragmatischen Kompromiss", es sei aber "kein Energiekonsens". Auch werde dem Ausstiegsziel der Bundesregierung darin "nicht zugestimmt", hieß es. Gleichwohl bringt die Vereinbarung den Stromkonzernen wichtige Vorteile. Da die Regierung den ungestörten Betrieb und die Entsorgung der Kraftwerke auf lange Sicht zugesichert hat, bedeutet dies für die Branche Planungssicherheit.
Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben unterdessen aus Protest gegen den Atomkonsens heute Morgen vor den Parteizentralen von SPD und Grünen in Berlin ein "radioaktives Denkmal" installiert. Es handelte sich um einen Stahlrahmen, der mit radioaktiv verseuchter Erde aus der Umgebung der Wiederaufarbeitungsanlagen in Sellafield und La Hague verfüllt war, wie Greenpeace mitteilte. Mit Geigerzählern demonstrierten die Umweltschützer die erhöhten Strahlenwerte. Die Polizei sicherte die betroffenen Bereiche. Die Arbeit in den Parteizentralen ging derweil weiter.
Das "strahlende Geschenk" stamme von frei zugänglichen Stränden und Wiesen unweit der Wiederaufarbeitungsanlagen Sellafield und La Hague, teilte Greenpeace weiter mit. In der Umgebung dieser Anlagen erkrankten Kinder und Jugendliche wesentlich häufiger an Blutkrebs als im Länderdurchschnitt. Auf einem Transparent hieß es: "Atomkonsens ist Volksverdummung".
Im Rahmen des Atomkonsens sei vorgesehen, weitere 2.000 Tonnen hochradioaktiven Atommülls nach Sellafield und La Hague zu transportieren, kritisierte Greenpeace. Mit dem Atomkonsens täusche die Bundesregierung vor, den Ausstieg aus der Atomenergienutzung ein für alle mal geregelt zu haben. Dies sei "blanker Unsinn".
Auch die Umweltverbände BUND und Robin Wood sowie die Internationalen Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) wollen gegen die Unterzeichnung protestieren. Vor dem Bundeskanzleramt ist für 18 Uhr eine Demonstration angemeldet.
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Am 11. Jun. 2001 unter:
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« Konzerne setzen auf Renaissance der Atomkraft nach Regierungswechsel
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