Niederschwellige Sozialarbeit
"Straßenzeitungen sind Deutschlands soziale Meinungsblätter"
Die Geschichte der deutschen Straßenzeitungen ist noch relativ jung. Mitte der 90er gingen mit "Biss" in München und "Hinz&Kunzt" in Hamburg die bundesweit ersten beiden Projekte an den Start. Mit einer Auflage von 70.000 Exemplaren pro Monat ist das Hamburger Blatt "Hinz&Kunzt" inzwischen das größte in Deutschland. Gemeinsam produzieren Kiel, Schwerin und Hamburg zudem zwei Mal jährlich das "Nordlicht", das als Beilage in den regionalen Tageszeitungen erscheint. Die meisten der Hefte befassen sich mit Armut und Arbeitslosigkeit: Themen, die laut Kellner in kaum einer der anderen Stadtzeitungen Erwähnung finden. Die Straßenzeitungen seien "Deutschlands soziale Meinungsblätter", unterstrich er.
"Es ist ein Mythos, dass Straßenzeitungen reine Obdachlosenzeitungen sind", sagte der Vorsitzende. Bei den meisten Blättern liegt der Anteil der obdachlosen Mitarbeiter bei lediglich zehn Prozent. "Die Straßenzeitungen sind vor allem Sozialhilfeempfänger- und Arbeitslosenprojekte", betonte Kellner. Lediglich in Hamburg würden nur obdachlose Verkäufer eingestellt. Feste Redaktionsstellen werden häufig an ABM-Kräfte vergeben. Auch Sozialarbeiter und Journalisten schreiben für die Straßenzeitungen.
Die gemeinnützigen Vereine finanzieren sich vornehmlich aus dem Verkauf ihrer Blätter, den Anzeigen und Spendeneinnahmen. "Finanziell stehen die meisten Projekte noch auf tönernen Füßen", sagte Kellner. Der Verkäufer kauft zu einem festen Stückpreis Zeitungen ab, die er für das Doppelte auf der Straße anbietet. Pro verkaufter Ausgabe verdient ein Verkäufer durchschnittlich eine Mark. "Unter 100 Mark im Monat geht bei den Verkäufern keiner nach Hause", hob der Vorsitzende hervor. Über den Erlös und das Trinkgeld können die Obdachlosen frei verfügen.
"Wir betreiben niederschwellige Sozialarbeit", betonte Kellner. Viele Redaktionen haben so genannte offene Stuben, die als Anlaufstelle für die Menschen gedacht sind, die keine offiziellen Beratungsstellen mehr aufsuchen wollen. Die meisten seien schwer suchtabhängig. Er fügte hinzu: "Bei uns können sie jederzeit zur Tür hereinkommen und haben erst mal einen Ansprechpartner."
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 11. Jun. 2001 unter:
arbeitStichworte:
« Protest gegen Unterzeichnung der "Bestandsgarantie für AKW"
Kinder werden in Ferienjobs oft ausgebeutet »

Suchmachinenoptimierung
Wir optimieren Ihre Webseite. Mehr relevante Besucher = Mehr Umsatz. Lesen Sie mehr über unsere Stärken
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Fitness & Wellness durch Sport im Alter
- Coaching für Führungskräfte: Jürgen Klopp | Motivation und Erfolg
- Erneuerbare Energien als Zünglein in der Wahl
- Bremen: Schüler in die Camps
- Rot-Rot-Grün verhindern Steuerentlastung
- Nicos Farm: Hilfe für behinderte Kinder
- Muttertag und Vatertag | Kommerz, Bier und Familie
- BGE Grundeinkommen | Geld für Faule?
- ENERGIEWENDE AKTUELL - Zukunft made in Germany
- Hochzeitsmode exklusiv in Österreich
