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Lesbisch-schwules Stadtfest in Berlin erwartet 350.000 BesucherInnen

Am Wochenende

Wenn am Donnerstag am Schöneberger Rathaus die Schirmherrinnen Andrea Fischer (Grüne) und die Gesundheitsstadträtin von Tempelhof-Schöneberg, Elisabeth Ziemer, die Regenbogenfahne hissen, beginnen für Berlin zwei Wochen voll rosaroter Events. Bevor am 23. Juni die Christopher-Street-Day-Parade durch die Stadt zieht, wird zunächst am Wochenende beim 9. Stadtfest im lesbisch-schwulen Szenekiez zwischen Nollendorfplatz und Kalkreuthstrasse traditionell mit allen Berlinern gefeiert.

Zwei Tage lang werden schwul-lesbische Gruppen, Organisationen und Firmen aus Berlin und Brandenburg an Ständen ihre Arbeit vorstellen. Das reicht von A wie "Autofeminista", einem Autos reparierenden Lesbenverein, bis Z wie "Zuhause im Kiez", einem Wohnprojekt für HIV-Positive und Aids-Kranke. Auf drei Bühnen werden nonstop von 11.00 Uhr bis in den Abend hinein Livemusik und Shows geboten, die Motzstraße im Bereich der Gossowstraße wird zu einer riesigen Open-Air-Disco umfunktioniert. Ebenfalls unter freiem Himmel findet die Talkshow "Das wilde Sofa" satt, bei der sich unter anderen der Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi (PDS) und Bezirksbürgermeister Dieter Hapel (CDU) den Fragen des Moderators Gerhard Hoffmann stellen wollen. Der Grünen-Bundestagesabgeordneten Volker Beck erhält für seinen Einsatz bei der Durchsetzung des Gleichstellungsgesetzes den "Rainbow Award".

Das lesbisch-schwule Straßenfest, das in diesem Jahr unter dem Motto "Vielfalt in Sicht!" steht, gehört neben dem Karneval der Kulturen und dem Christopher-Street-Day inzwischen zu den wichtigen Berliner Sommerereignissen. Mit über 350.000 Besuchern im vergangenen Jahr hat es sich mittlerweile zur größten Veranstaltung dieser Art in Europa entwickelt.

Ausgerichtet wird das Fest vom "Regenbogenfonds der schwulen Wirte". Der Verein konnte erst vor kurzem seinen Rechtstreit mit dem Schöneberger Bezirksamt um Straßensondernutzungsgebühren beigelegen. Obgleich der Gewinnüberschuss aus dem Fest für gemeinnützige Projekte gespendet wird und auch das Berliner Landgericht Ende März mit einem Urteil die Gemeinnützigkeit des Veranstalters bestätigt hatte, wollte Baustadtrat Gerhard Lawrentz (CDU) dennoch Gebühren verlangen. Der ausrichtenden Verein ließ sich schließlich auf einen Kompromiss ein und zahlt nun 30.000 Mark, um das Straßenfest nicht platzen zu lassen.

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