Drogenbeauftragte

Staatliches Heroin für Süchtige vielleicht schon in diesem Jahr

In sieben deutschen Städten wird es möglicherweise noch in diesem Jahr eine kontrollierte Heroinabgabe an Drogenabhängige geben. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk (SPD), sagte am Montagabend in Frankfurt am Main, sie rechne damit, bereits im Sommer die noch ausstehende Zustimmung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte zu erhalten. Danach könnten im Herbst oder Winter an bundesweit 560 Drogenabhängige erstmals kontrolliert Heroin abgegeben werden. Im Rahmen des Projekts soll eine ebenso große Kontrollgruppe Methadon erhalten. Der Hamburger Ethikrat habe in der vergangenen Woche bereits seine nötige Zustimmung gegeben.

Beteiligen wollen sich an dem Projekt bisher Frankfurt, Karlsruhe, München, Köln, Bonn, Hamburg und Hannover. Die Suchtkranken sollen das Heroin Caspers-Merk zufolge nur unter strengen Auflagen bekommen: Sie müssten sich beispielsweise beraten lassen, ihren Konsum reduzieren und sich einer Therapie unterziehen. Damit könnten nach den Worten der Drogenbeauftragten die Menschen erreicht werden, die bisher durch alle Raster der Drogenhilfe gefallen sind. Das Ergebnis eines Modellversuchs aus der Schweiz gebe Hoffnung.

Caspers-Merk war zuvor mit Vertretern des Drogenreferats der Stadt Frankfurt zusammengetroffen und besuchte verschiedene Einrichtungen der Drogenhilfe. Neue Probleme sind nach den Worten der Drogenbeauftragten das fehlende Risikobewusstsein der jungen Ecstasy-Konsumenten sowie die schwer zugängliche Crackszene.

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