Arbeitsmarkt
Zuwanderung wird kontrovers diskutiert
Zuwanderung gehe angesichts der Massenarbeitslosigkeit in Deutschland nicht ohne Akzeptanz bei der Bevölkerung. Jagoda sagte, zuerst müsse das inländische Arbeitskräftepotenzial beschäftigt werden, bevor Arbeitskräfte in großer Zahl ins Land geholt würden. Damit dies möglich werde, sei auf der einen Seite mehr Wirtschaftswachstum, auf der anderen Seite noch größere Investitionen in die Qualifikation der Arbeitssuchenden nötig.
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte dagegen: "Ich halte es für falsch, wenn wir mit der Begründung der zu hohen Arbeitslosigkeit nur sehr bescheidene Kontingente für arbeitsmarktbezogene Zuwanderung öffnen." Hundt sagte, die Beschäftigungschancen in Deutschland hingen entscheidend von einem ausreichenden Angebot qualifizierter Arbeitskräfte ab. Dazu könne und müsse eine Zuwanderung, die sich flexibel am Bedarf des Arbeitsmarktes in Deutschland orientiere, einen wichtigen Beitrag leisten.
Vor allem der sich durch die demografische Entwicklung verschärfende Fachkräftemangel schwäche die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und verursache Wachstumsverluste. Die Gefahr sozialer Konflikte zwischen Arbeitslosen und Zuwanderern sieht Hundt nicht. Voraussetzung sei jedoch, dass die Zuwanderung exakt gesteuert werde. Daneben müsse durch eine "aktivierende Arbeitsmarktpolitik" Erwerbslosen schneller zu einem Job verholfen werden, verlangte Hundt.
Jagoda sagte, in der IT-Branche hätten sich die von den deutschen Arbeitsämtern initiierten Fortbildungsprogramme ausgezahlt. Im Jahr kämen rund 40.000 Absolventen von Qualifizierungsmaßnahmen auf den Markt. Auch die ersten in Firmen ausgebildeten IT-Fachkräfte hätten inzwischen ihre Abschlussprüfungen hinter sich. Jagoda betonte, die IT-Branche wachse zwar weiter, allerdings nicht so rasant wie in den letzten Jahren.
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Am 15. Jun. 2001 unter:
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