EU-Gipfel

Schwedische Polizei schießt auf Globalisierungsgegner

Bei den massiven Protesten von Globalisierungsgegnern im schwedischen Göteborg am Rande des EU-Gipfels kam es zu Schüssen. Die Polizei hat nach offiziellen Angaben drei Demonstranten mit scharfer Munition niedergeschossen. Nach Angaben des unabhängigen Medienzentrums "Indymedia" wurde ein Schwede in die Lunge und ein deutscher Aktivist in den Unterschenkel getroffen. Unter den Protesten von Globalisierungsgegnern, die sich gegen die Ausdehnung des EU-Wirtschaftsblocks nach Osteuropa wenden, waren viele Deutsche beteiligt. Die schwedische Polizei nahm nach eigenen Angaben rund 600 Menschen vorläufig fest. Ein Polizist wurde ebenfalls mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Polizei nahmen am Freitag rund 20.000 Menschen an den Kundgebungen teil. Für Samstagmittag werden erneut eine Protestaktion mit rund 7.000 Menschen erwartet.

Mehrere Deutsche seien verhaftet worden. Zahlreiche Busse mit Demonstranten aus Deutschland sind nach Angaben der schwedischen Polizei abgefangen und wieder zurückgeschickt worden. Bei den Protesten hatten teils maskierte Demonstranten versucht, das Konferenzzentrum des EU-Gipfels zu stürmen. Dabei sollen sie die Polizei mit Molotowcocktails und Pflastersteinen angegriffen haben, Schaufensterscheiben eingeworfen haben und die Einrichtungen mehrerer Geschäfte auf der zentralen Einkaufsstraße in Brand gesetzt haben.

Die EU-Staats- und Regierungschefs verurteilten die Gewalt und forderten die friedlichen Demonstranten auf, sich von den "Ausschreitungen" zu distanzieren. Der Konfliktherd hatte sich nach der Abriegeln der Innenstadt in der Nacht auf den Westteil der Stadt verlagert.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union sind im schwedischen Göteborg zu zweitägigen Gesprächen zusammengekommen. Im Mittelpunkt des Gipfels stehen die Osterweiterung der EU und das Nein der Iren zum Vertrag von Nizza.

Die EU will künftig eine dauerhaft aktive Rolle im Nahost-Friedensprozess spielen. Die Staats- und Regierungschef der Gemeinschaft beauftragten zum Abschluss ihres Gipfeltreffens am Samstag in Göteborg den Hohen Vertreter für die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Javier Solana, Empfehlungen für die Neuauflage umfassender Friedensverhandlungen im Nahen Osten vorzulegen. Sie begrüßten zugleich den israelisch-palästinensischen Arbeitsplan zur Schaffung von Frieden.

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