Staudämme
WWF-Bericht warnt vor mehr Überflutungen durch falsche Planungen
Darüber hinaus werden nach Einschätzung des WWF bestehende Risiken vernachlässigt. Als Beispiel nennt der Bericht steigende Regenmengen durch den globalen Klimawandel oder die schneller abfließenden Wassermassen aus abgeholzten Flächen und trockengelegten Feuchtgebieten. Besonders der Verlust von Überschwemmungsflächen in den Auen der Flusstäler erhöhe die Gefahr extremer Hochwässer.
"Staudämme sollen die Menschen vor Hochwassern schützen, doch in der Realität können sie das Gegenteil bewirken," sagt Dr. Edith Wenger vom WWF Auen Institut in Rastatt. Die Wissenschaftlerin bemängelt, dass insbesondere in Entwicklungsländern häufig die für extreme Fluten nötigen Überlaufrinnen fehlen.
Der WWF verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie der Weltbank. Bei einer Überprüfung von 25 indischen Staudämmen zeigte sich, dass die Überläufe bei weitem nicht ausreichten. Außerdem neigen die Manager der Staudämme dazu, in Regenzeiten und bei steigenden Flusspegeln zu lange mit dem Ablassen von Wasser aus dem Staubecken zu warten, damit sie möglichst viel Strom erzeugen können. Wird das Becken zu voll, muss sehr schnell viel Wasser abgelassen werden, und stromabwärts entstehen plötzliche extreme Flutwellen, die schlimmer als jedes natürliche Hochwasser wirken.
"Vieles, was als Naturkatastrophe in die Nachrichten kommt, ist in Wirklichkeit ein selbst gemachtes Problem", so der WWF. Anstatt weiter auf kostspielige und riskante Megadämme zu setzen, solle statt dessen in Technologien investiert werden, die die Menschen mit Wasser und Energie versorgen, ohne gleichzeitig ihren Lebensraum zu zerstören und ihr Leben zu bedrohen. Eine Vielzahl der Probleme könne vermieden werden, wenn die Empfehlungen der internationalen Staudammkommission (WCD) umgesetzt würden.
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Am 22. Jun. 2001 unter:
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