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Armutsbekämpfung und Mädchen-Aufklärung sollen Epidemie eindämmen

Aids-Konferenz

Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids wird der Ruf nach internationaler Hilfe lauter. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) forderte am Montag auf der UN-Sondergeneralversammlung in New York eine Partnerschaft der internationalen Staatengemeinschaft im Kampf gegen Aids. Die Hilfsorganisation "Brot für die Welt" wies darauf hin, die Armut als Hauptursache für die Ausbreitung der Krankheit nicht zu vernachlässigen. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, hob hervor, dass in den Entwicklungsländern Mädchen und junge Frauen besonders von der Immunschwächekrankheit betroffen sind, aber auch der Schlüssel zur Bekämpfung des Problems sein könnten. Unterdessen warnte der Vorsitzende der Deutschen Aids-Gesellschaft, Norbert Brockmeyer, davor, die Gefahren der Krankheit in Deutschland zu unterschätzen.

Schmidt unterstrich die Verantwortung der Regierungen in den betroffenen und gefährdeten Länder. Diese Länder müssten sich zum Kampf gegen Aids bekennen. Dazu gehöre auch, Probleme offen zu legen und sie beim Namen zu nennen, fügte die Gesundheitsministerin hinzu. Es müssten mit den beteiligten Ländern die Voraussetzungen geschaffen werden, dass die internationalen Hilfen "auch sinnvoll zum Einsatz kommen".

Die Gesundheitsministerin fügte hinzu, sie hoffe sehr, dass die Verhandlungen über die Ausgestaltung des UN-Aids-Fonds zügig weitergeführt werden, damit dieser zum Beginn des nächsten Jahres seine Wirkung entfalten könne. Schmidt unterstrich aber: "Der Fonds kann sicherlich ein Beitrag zur Lösung der Probleme sein, er ist jedoch nicht die Lösung."

Die Direktorin der Hilfsorganisation "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug- Weitzel, begrüßte ebenfalls die Einrichtung des Fonds. Sie betonte jedoch zugleich: "So lange Bildung und die grundlegendste medizinische Versorgung in den Ländern der Dritten Welt als Luxus gelten, können wir nicht mit einer wirksamen Bekämpfung von HIV/Aids rechnen."

Unicef forderte, den Fonds gezielt dazu einzusetzen, Mädchen und Frauen vor der Aids-Gefahr zu warnen und ihre anhaltende Diskriminierung zum Beispiel beim Schulbesuch zu beenden. Unicef-Schirmherrin Christina Rau betonte: "Mädchen haben eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Aids. Je früher sie ihr Recht, über ihre Sexualität selbst zu bestimmen, kennen lernen und durchsetzen, desto größer ist die Chance, die Ausbreitung der Epidemie unter jungen Menschen zu stoppen." Die Frau von Bundespräsident Johannes Rau hatte im Frühjahr Unicef-Programme gegen Aids in Südafrika besucht.

In Deutschland verliert die Krankheit aus Sicht der Aids-Gesellschaft zunehmend an Aufmerksamkeit. Verbandsvorsitzender Brockmeyer wies darauf hin, dass nur noch ein Drittel der Deutschen Aids als gefährlich einstuften. Vielversprechende Therapieerfolge erzeugten den Irrglauben, die Krankheit sei heilbar, kritisierte er und forderte die deutsche Politik auf, mehr Geld in die Aids-Forschung zu investieren. Dieser Forderung schloss sich der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen Aids-Stiftung, Ulrich Heide, an. Die Suche nach Impfstoffen werde international vernachlässigt, kritisierte Heide. "Das ist ein Thema, das nach meinem Dafürhalten im Moment bei der Sonderkonferenz der UN auch zu niedrig gewichtet ist", betonte er.

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