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Ex-Elf-Chef bestätigt Bestechungen in Deutschland

Schmiergeldaffäre

Der frühere Chef des französischen Mineralölkonzerns Elf-Aquitaine, Loïk Le Floch-Prigent, bestätigt Schmiergeldzahlungen in der Leuna-Affäre. Ohne deutsche und europäische Subventionen in Höhe von zwei Milliarden Mark "hätten wir die Raffinerie in Sachsen-Anhalt niemals gebaut", sagte Le Floch-Prigent der Hamburger Zeitung "Die Zeit". Um die Subventionen zu erhalten, habe der Konzern Anfang der 90er Jahre in Deutschland "afrikanische Maßnahmen" ergriffen. Auf die Frage, was das bedeute, antwortete der in Paris bereits verurteilte Ex-Vorstandsvorsitzende nach einer Vorabmeldung der Zeitung vom Mittwoch: "Schmiergeldzahlungen". Sie sollten das Leuna-Geschäft "unterstützen".

Die Empfänger seien unter anderem Gewerkschaften und Politiker gewesen, sagte Le Floch-Prigent weiter. Er habe die Zahlungen für notwendig gehalten, nachdem ein Versuch gescheitert sei, eine Raffinerie in Schwedt zu kaufen. Le Floch-Prigent äußerte in dem "Zeit"-Interview, dass er gegen seine damaligen Konkurrenten nur mit "Lobby-Geldern" erfolgreich sein konnte.

Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) habe das Leuna-Geschäft unterstützt, wird Le Floch-Prigent weiter zitiert. Aber das allein hätte nicht gereicht, um Subventionen von zwei Milliarden Mark zu bekommen und den geplanten Bau zweier Pipelines, die nicht in die Pläne von Elf passten, zu verhindern. Auf die Frage, ob dabei auch Länderregierungen mit "Lobby-Maßnahmen" überzeugt worden seien, antwortete Le Floch-Prigent: "Absolut".

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