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Tadschikischer Journalist Atovulloev wieder frei

Auf internationalen Druck

Der tadschikische Journalist Dododjon Atovulloev ist wieder frei. Am Mittwoch konnte er das Moskauer Gefängnis verlassen, nachdem Russland das Auslieferungsbegehren Tadschikistans abgelehnt hatte. Er flog umgehend nach Deutschland zurück, wo er seit Mai als gemeinsamer Gast von Reporter ohne Grenzen und der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte in Hamburg lebt. Der Freilassung des ganz offen wegen seiner journalistischen Tätigkeit Verfolgten waren massive internationale Proteste vorausgegangen.

Atovulloevs Gastgener zeigten sich sehr erleichtert, dass der russische Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow gegen eine Auslieferung des Journalisten entschieden hat: "Nach eingehender Prüfung der Unterlagen befindet der russische Generalstaatsanwalt, dass es keine ausreichenden Gründe für eine Auslieferung Atovulloevs gibt", so das Büro des Staatsanwalts laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Dododjon Atovulloev gründete 1991 die erste private und freie demokratische Zeitung Tscharogi Rus (Tageslicht), die zur populärsten Tageszeitung Tadschikistans wurde. Während des fünfjährigen Bürgerkriegs (1992 - 1997) wurde sie zur wichtigsten Plattform der Exil-Opposition. Atovulloevs Name stand auf den Todeslisten der Umstürzler. Obwohl er an den UN-Friedensverhandlungen teilnahm, durfte die Zeitung nach dem Friedensschluss 1997 nicht wieder in Tadschikistan erscheinen.

Dododjon Atovulloev floh ins Moskauer Exil und gab Tscharogi Rus dort wieder heraus. Auch dort stand er im Visier tadschikischer Machthaber - mahnt er doch die Beachtung der Menschenrechte und die Einhaltung demokratischer Regeln an, prangert die Machenschaften der Verantwortlichen in der Hauptstadt Duschanbe an, die in Korruptionsaffären oder den Drogenhandel verstrickt sind oder bewaffnete islamische Freischärler in den Nachbarländern Kirgisien und Usbekistan unterstützen. Bei einer Auslieferung an Tadschikistan wäre das Leben des Journalisten in Gefahr gewesen. Im April 2001 wurde Dododjon Atovulloev zum Sprecher der zentralasiatischen Opposition mit Sitz in London ernannt.

Die Hamburger Stiftung hatte auf einen dringenden Hilfeaufruf der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen und des Journalisten Thomas Roth (ARD-Moskau) reagiert und Atovulloev und seine Familie für ein Jahr als Gast eingeladen.

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