Nach Plutonium-Diebstahl
Umweltministerium kündigt mehr Sicherheitsmaßnahmen an
Der Aufforderung von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne), bis zum Freitag ein Handlungskonzept zur umfassenden Untersuchung des Vorfalls und zur Beseitigung von Sicherheitsmängeln vorzulegen, will der Minister nur in Teilen nachkommen. Er werde Trittin über das unterrichten, was zu diesem Zeitpunkt "solide" sei. Müller verwies jedoch darauf, dass nicht nur die Gefahrenabwehr in der WAK eine Rolle spiele. Es müssten grundsätzliche alle Anlagen und Forschungseinrichtungen, die mit radioaktiven Substanzen zu tun hätten, überprüft werden, um einen solchen Diebstahl für die Zukunft auszuschließen. Dies sei in wenigen Tagen nicht machbar.
Aus der Wiederaufbereitungsanlage hatte ein 47-jähriger Arbeiter plutoniumhaltiges Material geschmuggelt. Nach den bisherigen Ermittlungen handelte es sich um ein Plastikröhrchen mit radioaktiver Flüssigkeit und um kontaminierte Wischlappen. Der Mann befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Müller zufolge ist weiterhin nicht auszuschließen, dass der Arbeiter zusätzliche Gegenstände aus der Anlage entwendet hat. Ein Institut sei mit der Analyse der bisherigen Befunde beauftragt worden. Dabei werde untersucht, ob die Verstrahlung des Arbeiters, seiner Lebensgefährtin und der Tochter mit den Werten der radioaktiven Fundstücke übereinstimme.
Im Jahresbericht 2000 des Bundesamts für Strahlenschutz war die WAK unter den deutschen Anlagen zur Kernbrennstoffver- und -entsorgung der Betrieb mit den mit Abstand meisten meldepflichtigen Ereignissen. 40 der insgesamt 49 im Jahr 2000 aus diesen Anlagen gemeldeten Vorfälle traten danach in der WAK auf.
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Am 19. Jul. 2001 unter:
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