Tierschutz
Walfangkommission fordert sofortigen Stopp des Wissenschaftswalfangs Japans
Nach Angaben der Tierschutzorganisation Pro Wildlife wollte Japan nicht nur die Ausdehnung des "Wissenschaftswalfangs" rechtfertigen, sondern auch die Meeresriesen als die Hauptverantwortlichen für die Überfischung der Meere entlarven. Diese Argumentation wird von Pro Wildlife-Expertin Dr. Sandra Altherr heftig zurückgewiesen.
Die japanischen Wissenschaftler erklärten auf der Konferenz, seit Inkrafttreten des weltweiten kommerziellen Fangverbotes für Großwale im Jahre 1986 seien die Erträge der japanischen Fischfangflotte auf die Hälfte zurückgegangen. Altherr kritisiert, Japan versuche den Eindruck zu vermitteln, die Wale hätten sich seitdem so sehr vermehrt, dass dies einen Zusammenbruch der Fischbestände verursacht hätte. In Wirklichkeit jedoch sei die Gesamtzahl der Großwale immer noch ein Bruchteil der Bestandsgrößen vor Beginn des industriellen Walfanges, als die Fischbestände noch weitgehend intakt waren. Gleichzeitig technisierte der Mensch in den vergangenen 20 Jahren zunehmend die Fangmethoden der Hochseeflotten und verwendete z.B. immer feinere Netze, die selbst Jungfische abgriffen und damit eine Erholung der Bestände verhinderten.
Auch das japanische Argument, Wale fräßen drei- bis fünfmal so viel jährlich wie alle Fangflotten des Menschen zusammen fangen, wird von Pro Wildlife nicht akzeptiert. Zum einen lägen die Weidegründe der meisten Großwale nicht in den Regionen, die von den Fangflotten leergefischt werden würden. Zum anderen sei ein Großteil der von Walen verzehrten Meeresorganismen für den Menschen ökonomisch uninteressant. Als Beispiel führt Altherr Tiefsee-Tintenfische an, die die bevorzugte Beute der Pottwale seien. Nur ein Bruchteil der etwa 20.000 Fischarten sei kommerziell relevant.
Japan behauptet gar, durch das Töten von überzähligen Minkewalen könnten Blauwale vor dem Hungertod bewahrt werden. Dazu meint Wildlife-Expertin Altherr, die Ursachen für die unbefriedigende Bestandsentwicklung der Blauwale lägen in der Dezimierung der Bestände durch den industriellen Walfang auf eine so niedrige Zahl, dass die geschlechtsreifen Tiere Probleme hätten, in den Weltmeeren Partner zu finden. Dabei komme auch ihre extrem niedrige Reproduktionsrate und der Rückgang ihrer Hauptnahrung Krill zum tragen, deren Bestände durch Klimaveränderungen rückläufig seien. Eine Nahrungskonkurrenz mit Minkewalen sei dagegen bislang nicht nachgewiesen.
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