Nato

Generalsekretär Robertson kritisiert Europa

NATO-Generalsekretär George Robertson wirft den europäischen Ländern vor, ihren militärischen Verpflichtungen gegenüber dem Bündnis und in der europäischen Verteidigungsinitiative nicht nachzukommen. Robertson sagte der Hamburger Wochenzeitung "Die Woche": "Bisher haben sie nur etwa die Hälfte aller vereinbarten Projekte zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit angepackt -und meist auch nur die einfacheren." Die europäischen Länder müssten sich zudem stärker für die europäische Eingreiftruppe engagieren, wenn die "mehr als nur auf dem Papier stehen" solle. Es gebe in Europa zu viele Truppen, die nicht einsetzbar seien. "Das ist ein europäisches Dilemma, nicht nur ein deutsches. Das ist Geldverschwendung, da muss reformiert werden", betonte der NATO-Generalsekretär.

Zum möglichen Mazedonien-Einsatz der NATO sagte Robertson, die dafür benötigten 3.000 Soldaten stünden zur Verfügung: "Wir haben doppelt so viele angeboten bekommen, wie wir brauchen", unterstrich er. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) habe zugesichert, dass Deutschland nicht zurückstehen werde. Robertson schloss einen "robusten" NATO-Einsatz zur Entwaffnung der albanischen Rebellen in Mazedonien aus. "Wir sind von der mazedonischen Regierung lediglich gebeten worden, Truppen für das Einsammeln von Waffen zur Verfügung zu stellen", sagte Robertson.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!