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Neue Hinweise auf vertuschten Atomunfall bei Hamburg

Wissenschaftler

Wissenschaftler haben neue Hinweise auf einen vertuschten Atomunfall in den Geesthachter Atomanlagen bei Hamburg gefunden. Es gebe eine "dichte Indizienkette, dass da etwas schiefgelaufen ist", sagte am Donnerstag Heinz-Werner Gabriel von der Arbeitsgemeinschaft Physikalische Analytik und Messtechnik (ARGE PhAM), Weinheim, in Hamburg. Eine Studie habe das Vorkommen von sogenannten PAC-Kernbrennstoff-Kügelchen im Nahbereich der Geesthachter Atomanlagen (Elbmarsch- und Elbgeest) erneut bestätigt.

Aktuelle Untersuchungen an den Universitäten in Gießen und Marburg hätten Spuren von angereichertem Uran entdeckt, die weder durch "Bombenfallout" noch durch die Auswirkungen des Tschernobyl-Unfalls erklärt werden könnten. Angereichertes Uran sei in 15 von 16 Bodenproben rund um die Anlagen entdeckt worden. Einträge durch Bombenfallout oder Tschernobyl könnten zweifelsfrei ausgeschlossen werden. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die radioaktiven Partikel bei einem Atomunfall in einer Forschungseinrichtung freigesetzt wurden, der bis heute von den Behörden vertuscht werde, sagte Gabriel.

Die Studie der ARGE PhAM wurde von der Ärzteorganisation IPPNW in Auftrag gegeben. Die Ärzteorganisation IPPNW fordert die Atomaufsichtsbehörde in Kiel auf, ihr Wissen um Störfälle und Atomunfälle in den Geesthachter Atomanlagen endlich offen zu legen. Die Staatsanwaltschaft in Lübeck ermittelt.

Wie genau die PAC-Brennstoffkügelchen in Elbmarsch und -geest gelangt sind, ist nicht bekannt. Die Wissenschaftler Prof. Brandt, Prof. Scharmann und Diplom-Ingenieur Gabriel stellten fest: "Die Erzeugung der Radioaktivität ist mit hoher Wahrscheinlichkeit in Folge der Bestrahlung von Thorium und Uran mit schnellen Neutronen entstanden. Daraus ergibt sich ein Modell, welches die Radioaktivitätswolke aus der Geest am 12.9.86 erklären kann." Das heiße, irgendwo in der Geest sei wohl - zu welchem Zweck auch immer - mit PAC-Kernbrennstoffen experimentiert worden, die dann bei einem Unfall freigesetzt worden seien.

Durch Laserbeschuss ließen sich in den PAC-Teilchen (Plutonium, Americum, Curium) über Mikroexplosionen Neutronen freisetzen, was wiederum zur Erbrütung hochreiner Spaltstoffe führe. Diese Technologie sei sowohl für die Kernbrennstoffgewinnung einsetzbar als auch für die Herstellung von Zündern für nukleare Sprengkörper. Auch sei diese Technologie zur atomarer Mikrosprengkörpern nutzbar. Eine derart konzipierte 0,2 Gramm Plutoniumpille könne eine Wirkung von 1,6 Tonnen herkömmlichen TNT Sprengstoffs entfalten. Schon 1979 habe der Geesthachter Atomforscher Winterberg in der Zeitschrift "Fusion" den möglichen Einsatz von nuklearen Minibomben für den Hafenbau veröffentlicht.

Am 12.9.86 trat innerhalb und außerhalb des Atomkraftwerks eine radioaktive Kontamination auf. Es wurden Kontrolleure mit Strahlenschutzanzügen beobachtet. Die Erklärung der Atomaufsicht, es habe sich um einen Aufstau von natürlicher Radioaktivität durch Radon gehandelt, dass von außen in das Gebäude angesaugt worden sei, sei erkennbar unsinnig. Die Meßgeräte im Atomkraftwerk zeigten am 12.9.86 für jeweils eine knappe Stunde einen zeitversetzten Anstieg um mehrere Größenordnungen, bei denen es sich um "signifikante Prüfpeaks" handeln soll. Hierzu Gutachter Gabriel: "Die Behauptung der Behörden ist Volksverdummung. Selbst wenn die gesamte Geest aus Uran bestünde, könnte sich keine entsprechende Radon-Aktivität aufbauen."

Für die IPPNW betont der Umweltmediziner Dr. Hayo Dieckmann, dass der extreme Leukämieeffekt bei Kindern im Nahbereich der Geesthachter Atomanlagen weltweit einzigartig sei. "Nirgendwo sonst ist weltweit in der Fachliteratur eine vergleichbare Häufung kindlicher Leukämien beschrieben. Allein in der kleinen Gemeinde Tespe unmittelbar gegenüber den Atomanlagen sind innerhalb kurzer Zeit sechs Kinder an Leukämie erkrankt. Nur alle 58 Jahre wäre dort ein kindlicher Leukämiefall statistisch zu erwarten."

Über einen Zeitraum von inzwischen zehn Jahren hätten zwei wissenschaftliche Kommissionen der Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein alle erdenklichen nicht-atomaren Leukämieursachen ausschließen können. Was bleibe, sei allein radioaktive Strahlung.

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