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Deutschland vor Schwarzgeld-Schwemme wegen Euro-Einführung

Zukunftswährung

Deutschland droht angesichts der Euro-Umstellung am Jahresende nach Erkenntnissen von Bundeskriminalamt (BKA) und Europol die massenhafte Einschleusung von Schwarz- und Falschgeld aus Osteuropa. Politiker von CDU und FDP forderten von der Bundesregierung daher am Wochenende Gegenmaßnahmen. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) kündigte unterdessen verschärfte Zollkontrollen gegen Schwarzgeldsünder an.

Im Ausland sind nach Schätzungen der Bundesbank rund 100 Milliarden Mark im Umlauf. Ein Großteil davon ist nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" in den Staaten der früheren Sowjetunion und auf dem Balkan in den Händen der Ost-Mafia. Das Geld stamme größtenteils aus Drogengeschäften, Prostitution und Mädchenhandel. Die Sicherheitsbehörden rechnen dem Bericht zufolge damit, dass die Organisierte Kriminalität das Schwarzgeld in den nächsten Monaten in den Westen zurückschleust, um es zu waschen und in Euro umzutauschen.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Jürgen Koppelin, forderte die Bundesregierung auf, zu verhindern, dass die Euro-Umstellung zum "Einfallstor für Falsch- und Schwarzgeld aus Osteuropa" wird. Ähnlich äußerte sich Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU).

Eichel sagte, der deutsche Zoll werde in den nächsten Monaten sehr streng und intensiv an der Grenze nach unversteuertem Bargeld kontrollieren. Er appellierte eindringlich an Schwarzgeldbesitzer, ihr unversteuertes Geld zum Jahreswechsel aufzudecken, "denn dann greifen die sehr strengen Regeln gegen Geldwäsche". Steuersündern riet er zur Selbstanzeige beim Finanzamt. Nur durch diesen Schritt blieben sie straffrei, müssten die Steuern aber mit Zinsen nachzahlen, sagte Eichel.

Nach Angaben des Chefs des Europäischen Kriminalamtes Europol, Jürgen Storbeck, droht nicht nur aus dem Ausland eine Blüten-Schwemme. "Verbrechergruppen werden versuchen, eigens für die Währungsumstellung D-Mark und andere EU-Währungen zu fälschen, um sie dann in echte Euro umzutauschen", so der Europol-Chef. Gleichzeitig würden viele Kriminelle die Unkenntnis der EU-Bürger über die neue Währung ausnutzen, um gefälschte Euros unter die Leute zu bringen.

Das BKA beobachtete nach den Worten von Präsident Klaus Ulrich Kersten im ersten Halbjahr 2001 im Vergleich zum Vorjahr einen beträchtlichen Anstieg im Bereich der Falschgeldkriminalität. Die Bundesbank registrierte allein in den ersten sechs Monaten 15.000 gefälschte Banknoten im Handel, doppelt soviel wie im ersten Halbjahr 2000.

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