Großbanken und Macht
Verkaufsgerüchte um die Commerzbank
Commerzbank-Sprecher Ulrich Ramm bestätigte dem Bericht zufolge - ohne konkret zum Verhandlungsgegenstand zitiert zu werden - Gespräche mit der Unicredito Italiano SpA, Genua, der britischen Großbank HSBC Holdings plc, der niederländischen ABN Amro Holding, der spanischen Banco Santander Central Hispano SA (BSCH) sowie anderen Instituten. Ziel der Gespräche ist dem "Spiegel" zufolge ein Zusammenschluss mit einem dieser Häuser. Selbst eine Übernahme wolle Vorstandsvorsitzender Klaus-Peter Müller nicht mehr ausschließen. "Einiges spricht dafür, dass jetzt alles ganz schnell geht", zitiert das Magazin einen in die Verhandlungen involvierten Banker.
Dabei sei die Fülle der genannten Namen jedoch nur ein Ablenkungsmanöver. Ernsthafte Bewerber für Deutschlands viertgrößte Bank gebe es nur drei: Unicredito, die Deutsche Bank sowie ein US-Institut, das vorläufig "im Verborgenen" agiere. Hinter den Gesprächen steht dem Bericht zufolge die Investorengruppe Cobra, die 9,98 Prozent an der Commerzbank hält und den Wert ihrer Beteiligung erhöhen will. Beim neuen Vorstandsvorsitzenden Müller finde die Gruppe anders als bei dessen Vorgänger Martin Kohlhaussen Gehör. Geführt würden die Verhandlungen von dem für internationale Banken zuständigen Vorstandsmitglied Axel Freiherr von Ruedorffer.
Die Commerzbank, die über ein kompliziertes Beteiligungsgeflecht mit zahlreichen europäischen Instituten verbandelt ist und mit dem italienischen Versicherungsriesen Generali eng zusammenarbeitet, gilt seit langem als Übernahmekandidat.
Erst Anfang August sorgte Deutsche-Bank Vorstandssprecher Rolf E. Breuer mit der Aussage für Aufregung, er schließe keine Form der Zusammenarbeit mit der Commerzbank aus. Vor gut einem Jahr waren Fusionsverhandlungen zwischen der Commerzbank und der von der Allianz übernommenen Dresdner Bank gescheitert.
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Am 13. Aug. 2001 unter:
geldStichworte:
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