Wirtschaftsminister in Interessenkollision

Städtetag verlangt Nachbesserungen bei Förderung von KWK-Strom

Der Deutsche Städtetag dringt weiter auf Änderungen bei der gesetzlichen Förderung von umweltfreundlichem Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). So dürfe die Förderung von KWK-Strom nicht wie im Gesetzentwurf von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller vorgesehen 2010 enden, verlangte Hauptgeschäftsführer Stephan Articus am Dienstag in Berlin. In dem Entwurf sei außerdem die ursprünglich zwischen Industrie und Müller vereinbarte Zwischenprüfung über weitere Maßnahmen zur Minderung von Kohlendioxid-Emissionen im Jahr 2004 nicht mehr vorgesehen. Dies mache den Neubau von KWK-Anlagen unwahrscheinlich, sagte Articus. Wirtschaftsminister Müller war vor der Übernahme seines Ministeramtes Manager beim Atom- und Großkraftwerksbetreiber Veba, heute E.ON, der der dezentralen und umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung traditionell kritisch gegenübersteht.

Die Bundesregierung wollte durch den Ausbau von KWK-Strom die CO2-Emissionen bis 2010 um 23 Millionen Tonnen drosseln. Industrie und Regierung verständigten sich nach zähen Verhandlungen auf die gesetzliche Förderung von KWK-Strom sowie in Ergänzung auf eine Selbstverpflichtung durch die Industrie, weitere Maßnahmen zur CO2-Einsparung vorzunehmen.

Der Gesetzentwurf soll nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums am Mittwoch im Kabinett beraten werden. Noch am Dienstagabend wollten Müller und Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) zusammenkommen. Strittig ist insbesondere die Förderdauer. Vertreter der Grünen-Fraktion fordern eine längere bis unbegrenzte Förderung. Articus unterstrich, die Begrenzung der Förderung sei ein großes "Investitionshemmnis".

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