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Gewerkschaft sieht Deutschland noch "mitten in der BSE-Krise"

Landwirtschaft

Nach dem Bekannt werden der BSE-Fälle Nummer 100 und 101 in Deutschland sehen die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und Agrarpolitiker keinen Grund für eine Entwarnung bei der Rinderseuche. Deutschland befinde sich noch immer "mitten in der BSE-Krise", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Franz-Josef Möllenberg in Hamburg. Der niedersächsische Agrarminister Uwe Bartels (SPD) erwartet aber, dass sich das BSE-Problem in Deutschland bis 2007 erledigt hat. Durch die Verfütterungsverbote von Tiermehl und Tierfetten sei die Infektionskette Ende vergangenen Jahres durchbrochen worden, sagte Bartels.

Am Mittwoch war bei zwei Kühen aus Bayern der BSE-Verdacht bestätigt worden. Damit hat Deutschland jetzt 101 Fälle. Insgesamt erfolge die Zunahme der Fälle bundesweit langsamer als erwartet, sagte der Sprecher des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums, Eckhard Jacobs. Englische Verhältnisse seien hierzulande kaum zu erwarten. Auf der Insel gibt es 180.000 BSE-Fälle. Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) äußerte sich wie auch Jacobs erleichtert darüber, dass sich die Debatte um BSE versachlicht habe. Beleg sei der wieder steigende Rindfleischkonsum. Möllenberg sagte, die Menschen seien wieder zu alten Gewohnheiten übergegangen, nachdem sich Straußenfleisch und andere Alternativen "als Flop erwiesen" hätten.

Bartels vermutet das Jahr 1995 als Beginn der BSE-Krise in Deutschland. Auffallend viele betroffene Rinder seien von 1994 bis 1996 geboren worden. Vermutlich seien damals tierische Fette nur unzureichend erhitzt worden und über Milchaustauscher in die Nahrungskette der Tiere gelangt.

Aus Sicht von Möllenberg sind auch die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt durch die BSE-Krise geringer geblieben als befürchtet. Statt der befürchteten 40.000 Stellen seien in den von der Rinderzucht abhängigen Branchen lediglich 12.000 bis 13.000 Arbeitsplätze weggefallen.

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