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Volkswagen und IG Metall einigen sich über Beschäftigungsmodell

"5000 mal 5000"

Volkswagen und die IG Metall haben sich im zweiten Anlauf auf das neue Beschäftigungsmodell "5.000 mal 5.000" geeinigt. Beide Seiten zeigten sich nach einem über 17-stündigen Verhandlungsmarathon zufrieden mit dem Abschluss des Tarifvertrages. Damit könnten im nächsten Jahr zunächst 3.500 neue Arbeitsplätze im Wolfsburger Stammwerk entstehen. Die durchschnittliche wertschöpfende Arbeitszeit soll im Jahresschnitt bei 35 Stunden pro Woche liegen. Das Entgelt soll mindestens auf dem Niveau des niedersächsischen Flächentarifvertrages für die Metall-Branche liegen.

Die IG Metall-Verhandlungskommission stimmte dem Modell noch am Morgen einstimmig zu. Formell muss auch noch der VW-Vorstand zustimmen.

VW-Verhandlungsführer Josef-Fideles Senn betonte, die Mitarbeiter trügen zukünftig ein hohes Maß an persönlicher Verantwortung für die Produktionsstückzahl und die Qualität. Der Tarifvertrag sehe ein Programmentgelt vor, bei dem die tägliche Arbeitszeit flexibel gestaltet werde. Werde die Stückzahl oder die Qualität nicht erreicht, habe der Mitarbeiter unmittelbar nach Arbeitsende Nacharbeit zu leisten. Eine Bezahlung dieser Arbeit erfolge nur, wenn die Verantwortung für die Nacharbeit beim Unternehmen liege.

IG Metall-Verhandlungsleiter Hartmut Meine sprach von einem vertretbaren Kompromiss. Das vereinbarte Projekt sei statt der ursprünglich angedachten drei Jahre nun auf dreieinhalb Jahre angelegt. Die neuen Beschäftigten sollten zunächst in einer Qualifizierungszeit für sechs Monate befristet eingestellt werden. In dieser Zeit solle das Gehalt bei 4.000 Mark brutto liegen. Anschließend würden die 3.500 neuen Mitarbeiter unbefristet übernommen und das Gehalt in einem Stufenplan angepasst. Demnach erhielten die Mitarbeiter im ersten Jahr 59.500 Mark, im zweiten Jahr 64.000 Mark und im dritten Jahr 69.000 Mark.

Die Qualifizierung der Mitarbeiter solle zusätzlich zur Arbeitszeit drei Stunden in der Woche betragen. Diese werde jeweils zur Hälfte vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber getragen. Weitere Einzelheiten will die IG Metall in einer Pressekonferenz vorstellen.

Volkswagen hatte am Montag ein neues Kompromissangebot vorgelegt, nachdem die Verhandlungen vor neun Wochen gescheitert waren. Zunächst sollen 3.500 Mitarbeiter am Standort Wolfsburg zur Produktion eines Minivans eingestellt werden. Später sollen wahrscheinlich 1.500 weitere Jobs am Werk Hannover entstehen.

Damit soll die Produktion von zwei Fahrzeugmodellen in Wolfsburg und Hannover völlig neu organisiert werden. Die Arbeitszeit sollte sich ursprünglich nach Nachfrage und Produktionsvolumen richten. Bei hohen Verkaufszahlen sollte bis zu 48 Stunden pro Woche gearbeitet werden, bei niedrigem Absatz entsprechend weniger.

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