Natur

Naturschützer fordern "Mut zur Wildnis"

Der Deutsche Naturschutzring fordert von der Bundesregierung „mehr Mut zur Wildnis“. Die Natur sollte wieder stärker sich selbst überlassen werden, sagte der Präsident der Organisation, Hubert Weinzierl, am Donnerstag in Berlin. Dann könnten Tiere wie Wolf, Bär und Luchs nach Deutschland zurückkehren. Weinzierl forderte die Regierung auf, in der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes zu einem „neuen Naturverständnis“ zu kommen.

Der Naturschutzring zeichnete eine düstere Bilanz: „Der Natur geht es schlecht“, sagte Generalsekretär Helmut Röscheisen. Nach den so genannten Roten Listen seien 79 Prozent der Kriechtiere, 70 Prozent der Fische, 46 Prozent der Säugetiere und 33 Prozent der Brutvögel in Deutschland bedroht oder ausgestorben. Auch viele Pflanzenarten seien gefährdet, hieß es. Hinzu komme, dass es nur auf rund einem Viertel der Fläche Deutschlands unzerschnittene verkehrsarme Räume gebe.

Kritik der Bauern an der geplanten Gesetzesnovelle wies Weinzierl zurück. Das Naturschutzgesetz sei keine Bedrohung, sondern eine „Chance für den ländlichen Raum“. Die Natur sollte als „Standortfaktor der Zukunft“ gesehen werden, beispielsweise im Inlands-Tourismus, sagte er.

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