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Naturschutzbundesamt für Verbot der Gentechnik in der Landwirtschaft

Künast für Gentechnik

Der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz, Hartmut Vogtmann, fordert ein Verbot der so genannten "grünen" Gentechnik in der Landwirtschaft. Vogtmann sagte der "Berliner Zeitung": "Wir plädieren für ein totales Verbot der grünen Gentechnik in der Landwirtschaft. Denn eine Aussaat gentechnisch veränderter Pflanzen zu Forschungszwecken ist unverantwortlich." Man könne wissenschaftlich noch nicht einmal abschätzen, auf was man sich mit der grünen Gentechnik eigentlich einlasse. Es bestehe noch ein riesiger Forschungsbedarf. "Und so lange das so ist, sollten wir den Einsatz solcher Pflanzen im Agrarbereich völlig unterbinden", verlangte er.

Vogtmann, dessen Behörde Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) unterstellt ist, lobte zwar Fortschritte für die Umwelt im neuen Bundesnaturschutzgesetz, kritisierte jedoch, dass der Umgang mit genetisch veränderten Pflanzen nicht geregelt sei. "Die grüne Gentechnik kommt in dem Gesetz leider gar nicht vor. Das liegt wohl daran, dass sich die rot-grünen Koalitionspartien grundsätzlich uneinig sind, wie etwa mit genverändertem Mais oder Raps in der Zukunft umgegangen werden soll," sagte Vogtmann.

Unterdessen will die Bundesregierung die auf dem Höhepunkt der BSE-Krise gestoppten Gespräche mit der Industrie über den möglichen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland wieder beleben. Eine Sprecherin von Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) sagte der "Berliner Zeitung", noch "diesen Herbst" werde sich die Ministerin dazu mit Vertretern der Biotech-Branche treffen. Ziel der Gespräche sei es, zwischen Bund, Ländern und Wirtschaft einen Konsens über die Zukunft der so genannten grünen Gentechnik zu finden.

Ob als Ergebnis auch das von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im vergangenen Jahr angestoßene und derzeit gestoppte Gentechnik-Programm zwischen Regierung und Industrie wieder aufgelegt wird, steht nach Angaben der Zeitung noch nicht fest. Die Verhandlungen würden "ergebnisoffen" geführt, hieß es im Verbraucherschutzministerium. Schröder hatte im Juni 2000 mit der Industrie ursprünglich ein auf drei Jahre angelegtes Forschungsprogramm vereinbart, um auf groß angelegten Testflächen genmanipulierten Mais anbauen zu lassen. Wenige Tage vor der geplanten Vertragsunterzeichnung diesen Januar hatte das Kanzleramt diese Pläne wie auch sämtliche Gespräche darüber wegen der BSE-Krise ausgesetzt.

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