Regionalwirtschaft

Weiterhin fünf Bahn-Instandhaltungswerke von Schließung bedroht

Die Instandhaltungswerke der Deutschen Bahn in Neustrelitz, Stendal und Leipzig werden vorläufig nicht geschlossen. Auf ihren Erhalt einigten sich Bahnchef Hartmut Mehdorn und der Vorsitzende der Eisenbahngewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, am Donnerstag in einem Spitzengespräch bei Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) in Berlin. Fünf weitere von der Schließung bedrohte so genannte schwere Instandhaltungswerke der Bahn in Chemnitz, Delitzsch, Nürnberg, Opladen und Zwickau sollen bis Ende November nochmals auf ihre Wirtschaftlichkeit hin überprüft werden, wurde vereinbart. Komme es bis dahin nicht zu neuen Ergebnissen, sollen die Werke wie geplant geschlossen werden.

Das Werk Stendal werde in ein Joint Venture der Bahn mit einem Partner aus der Bahnindustrie überführt, erläuterte Mehdorn. Die Werke Leipzig-Engelsdorf und Neustrelitz sollen an private Investoren verkauft werden. Hansen betonte, für die drei Werke gebe es mit der Vereinbarung "definitiv eine Zukunft". Mehdorn kündigte an, es werde voraussichtlich zu einem teilweisen Wegfall von Arbeitsplätzen in den drei Werken kommen. Hansen sagte, eine genaue Zahl der Arbeitsplätze, die in den Instandhaltungswerken verbleiben, sei nicht festgelegt worden. Zurzeit seien in den drei Werken 2.000 Mitarbeiterbeschäftigt.

Über die übrigen fünf Werke sagte Hansen, es sei immerhin erreicht worden, dass "jetzt auch über unsere Argumente geredet" werde. Bislang habe es nur einen Beschluss der Bahn AG zur Schließung ohne Berücksichtigung der wirtschaftlichen Argumente der Gewerkschaft gegeben. Der Transnet-Chef sagte zugleich, dass bei den Instandhaltungswerken "Sanierungsbedarf besteht". Die fünf weiteren von der Schließung bedrohten Werke beschäftigen den Angaben zufolge zur Zeit 4.000 Mitarbeiter.

Zur Frage möglicher Hilfen des Bundes für die bedrohten Betriebe sagte Bundeskanzler Schröder, die regionale Wirtschaftsförderung sei "Ländersache". Die Bundesregierung werde die weitere Entwicklung lediglich "konstruktiv begleiten".

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