Ost-West Spionage

CIA soll Unterlagen zu 2.000 Stasi-Agenten übergeben haben

Der amerikanische Geheimdienst CIA hat Deutschland angeblich weitere Dokumentenkopien aus dem Agentenarchiv des früheren DDR-Auslandsgeheimdienstes Hauptverwaltung A (HVA) übergeben. Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" handelt es sich bei den auf zehn CD-Rom gespeicherten Unterlagen um Angaben zu mehr als 2.000 HVA-Agenten, die in den Jahren 1988/89 noch aktiv waren. Die CIA hatte sich Anfang der 90er Jahre auf bis heute ungeklärte Weise in den Besitz dreier umfangreicher HVA-Agentenkarteien gebracht.

Die jüngste Lieferung aus der CIA-Zentrale umfasste der Zeitung zufolge die so genannten Statistikbögen der HVA, eine Art Mobilisierungskartei für den Ernstfall. Jeder der mehr als 2.000 Bögen beinhalte wichtige Daten zu einem Quellenvorgang und bewerte dessen Bedeutung für den Spannungs- oder Kriegsfall. Vermerkt sei darin auch eine knappe Einschätzung, zu welchen relevanten Bereichen die jeweilige Quelle Zugang hatte. Die Statistikbögen erlauben damit Rückschlüsse auf die Intensität der Spionagetätigkeit jedes einzelnen Agenten, betont das Blatt.

Die Bundesanwaltschaft habe das Material bereits geprüft, aber keine neuen Ermittlungsverfahren eingeleitet. Allerdings hätten sich in einigen schon bekannten Einzelfällen neue Beweismittel ergeben, zitiert die Zeitung eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Nach Informationen des Blattes handelt es sich dabei um etwa 20 Spionagevorgänge, bei denen die Identität des betreffenden HVA-Agenten aber bislang noch nicht geklärt sei.

Die Weitergabe der auf rund 300 CD-Rom gespeicherten HVA-Agentenkarteien an Deutschland soll bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein. Bislang seien erst Unterlagen zu Stasi-Agenten mit den Anfangsbuchstaben A und B vom US-Geheimdienst CIA übergeben worden.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!