Wissenschaftssommer verhageln
Protest gegen Berliner Wissenschaftswerbeaktion
"Hier noch von Dialog zu sprechen ist eine Farce!" sagt Thomas Janoschka vom Bündnis, das zu einer Gegenkundgebung mobilisiert. Die Berliner Wissenschaftssenatorin hatte das Bündnis zum Dialog aufgerufen. "Es geht doch nur darum zu zeigen, dass die Politik auch die Positionen der KritikerInnen anhört, einen Einfluss auf Entscheidungen bekommen wir dadurch nicht. Wir werden uns immer dann solchen Dialogangeboten verweigern, wenn diese die existierenden Machtverhältnisse ausblenden und so versucht wird, radikale Kritik zu entschärfen.", sagte Janoschka weiter. Allein die direkte Förderung der Genomforschung vom Bundesforschungsministerium mache mehr als ein Drittel des gesamten medizinischen Forschungsetats aus, hinzu kämen diverse Förderprogramme, Steuererleichterungen für Gentechnik-Unternehmen etc.
Für das Bündnis sei Gentechnik eine soziale Technologie, mit der sich Menschenzüchtung, Menschenverbesserung und Eugenik in der Gesellschaft durchsetzt. "Den totalitären Perspektiven einer von Ausgrenzung, Selektion und Normierung geprägten ‘heilen’ Welt gilt unser Widerstand", so Thomas Janoschka.
Die Gegenkundgebung unter dem Motto "Gentechnik ist nicht sexy" soll am Mittwoch, ab 17 Uhr auf dem Marlene-Dietrich-Platz in Berlin stattfinden. Ob sie allerdings an diesem Ort stattfinden kann, ist unklar, da die Polizei das zu verhindern sucht.
Ab 17:30 Uhr soll in dem direkt daneben liegenden Daimler-Chrysler-Gebäude die Eröffnungsveranstaltung des Wissenschaftssommers stattfinden.
Zu der Gegen-Kundgebung rufen auf:
Barnimer Aktionsbündnis gegen gentechnische Freilandversuche, The Holy Church of DNA, JungdemokratInnen/Junge Linke, Coordination gegen BAYER-Gefahren, BUND-Jugend, BUND AK Gentechnik, diverse antifaschistische, feministische und sexual-emanzipatorische Gruppen.
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Am 12. Sep. 2001 unter:
politikStichworte:
« Krankenkassen wollen Arzneimittel-Budget zurück
Regenwald durch Ölpipeline gefährdet »

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