Öffentliche Beschaffung
Greenpeace fordert Gesetze für den Urwaldschutz
Weder für die Bundes- noch für die Landesministerien gebe es Gesetze und Kontrollmöglichkeiten, die eine urwaldfreundliche Verwendung unserer Steuergelder sicher stellen würden, kritisiert Martin Kaiser, Waldexperte bei Greenpeace.
Im Juli 2001 hat die Bundesregierung im "Gesamtwaldbericht der öffentlichen Hand" den Einkauf urwaldfreundlicher Produkte angemahnt. Zeitgleich haben die reichen Industrieländer der G8 zur Bekämpfung der illegalen Abholzungen in Urwäldern eine entsprechende Einkaufspolitik angeregt. Diese würde die Verwendung von Holz mit Ökosiegel vorschreiben.
Der Text der Greenpeace-Petition sei beispielsweise auf Furnier aus Kirschholz gedruckt, dass das international anerkannte Ökosiegel des FSC (Forest Stewardship Council) trägt. Die Siegel von FSC oder Naturland garantierten eine umweltfreundliche und sozial gerechte Waldnutzung und die Kontrolle des Handelsweges vom Wald bis zum Endprodukt. Die neue EU-Beschaffungsrichtlinie sehe derartige Verpflichtungen nicht vor, so Greenpeace. Diese hätte Auswirkungen auf alle Bundes-, Länder- und Kommunal-Behörden.
Der Verzicht auf Tropenholz reicht nach Auffassung von Greenpeace allein nicht aus. Die letzten großen Urwaldgebiete befänden sich nicht nur in den tropischen Breiten des Amazonas, des Kongobeckens und Süd-Ost-Asiens, sondern auch in den nördlichen Wäldern Kanadas, im europäischen Teil Russlands und Sibiriens. Großbritannien und Dänemark hätten sich zu einer urwaldfreundlichen Beschaffung bereits verpflichtet. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, es diesen Ländern gleich zu tun.
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