Reduktion von Stoffmengen

Störfall-Kommission will Sicherheitsprüfung von Chemie-Anlagen

Nach den Terroranschlägen in den USA werden auch Forderungen nach einer Verbesserung der Sicherheit von Anlagen der Chemieindustrie laut. Der Vorsitzende der deutschen Störfall-Kommission, Christian Jochum, sagte der "Financial Times Deutschland", Behörden und Betreiber müssten prüfen, ob nach den Attentaten die Schutzmaßnahmen verbessert werden könnten. Dabei müsse auch über "unkonventionelle Maßnahmen" nachgedacht werden. Jochum fügte hinzu, die Bilder von New York machten allerdings auch deutlich, dass "Prävention und Katastrophenschutz an ihre Grenzen stoßen."

Jochum kündigte an, dass sich die deutsche Störfall-Kommission schon in den nächsten Tagen mit neuen Anschlags-Risiken beschäftigen werde. Dabei dürfe es keine "Denk-Blockaden" geben. Er betonte: "Wir müssen analysieren: Was ist technisch machbar? Was ist humanitär machbar? Was ist wirtschaftlich machbar?" Eine neue Strategie für den Schutz von Risiko-Anlagen sei aber noch nicht in Sicht. Dafür sei es noch zu früh.

Der Experte betonte zugleich, ein Standard-Verfahren zur Risiko-Senkung in der Chemie-Industrie sei die Reduktion von Stoffmengen. Eine Reduktion der Lagerhaltung in den Chemie-Fabriken dürfe aber nicht zu zahllosen Tanklasttransporten führen, die ebenfalls eine Gefahr darstellten. In Deutschland gibt es dem Bericht zufolge nach den jüngsten Zahlen von 1998 mehr als 7.800 Industrie-Anlagen, die für ihre Umwelt zur Gefahr werden könnten und deshalb der Störfallverordnung unterliegen.

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