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Erster bundesweiter Prozess wegen Organhandel im Netz

Internet

Der bundesweit erste Prozess um Organhandel im Internet hat am Mittwoch vor dem Amtsgericht im nordhessischen Homburg-Efze (Schwalm-Eder-Kreis) begonnen. Vor Gericht steht ein 19-Jähriger. Laut Anklage hatte der Arbeiter, der vor sieben Jahren aus Russland nach Deutschland gekommen war, Anfang Februar beim Internet-Auktionshaus Ebay eine seiner beiden Nieren zum Verkauf angeboten. Als Mindestpreis soll er 100.000 Mark verlangt haben. Dieses Angebot hatte ein Internet-Leser entdeckt und Anzeige erstattet. Anhand der Rückverfolgung der Telefonnummer kam die Polizei dem Angeklagten auf die Schliche.

Während des ersten Verhandlungstages bestritt der Angeklagte die Vorwürfe. Weil er an Hepatitis C erkrankt sein, wäre er als Organspender nicht in Frage gekommen. Seine Familienangehörigen und seine Freunde hatten zwar auch Zugang zum PC, diese kämen als Urheber des Angebots aber nicht in Frage. Sein Verteidiger sagte vor Gericht, "da hat sich jemand einen ganz bösen Scherz erlaubt". Der Jugendrichter ordnete weitere Ermittlungen an. Nach derzeitigem Ermittlungsstand müsste der Angeklagte frei gesprochen werden, doch dies bedeute eine "Kapitulation", betonte der Richter. Auch wegen der vielfachen Missbrauchsmöglichkeiten des Internets solle dieser Fall aufgeklärt werden.

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