La-Belle Prozess

Plädoyers der Opferanwälte

Im Prozess um den Terroranschlag auf die Berliner Diskothek La Belle beginnen am Donnerstag vor dem Landgericht Berlin die Plädoyers der Nebenkläger. Rund 30 Opferanwälte sollen in den kommenden Verhandlungstagen zu Wort kommen. Sie vertreten mehr als 100 Geschädigte.

Nach fast vier Jahren Verhandlungsdauer war am Donnerstag vergangener Woche die Beweisaufnahme im La-Belle Prozess abgeschlossen worden. Die Staatsanwaltschaft beantragte für vier der mutmaßlichen Attentäter, drei Männer und eine Frau, eine lebenslange Haft wegen Mordes in drei Fällen, Mordversuches in 104 Fällen und Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. Im Fall einer 36-jährigen Mitangeklagten forderte der Ankläger einen Freispruch, weil deren Schuld nicht nachzuweisen sei. Darüber hinaus wurde der blutige Anschlag vor 15 Jahren als Staatsterrorismus bezeichnet, dessen Drahtzieher der Libysche Geheimdienst sei.

Bei dem Sprengstoffattentat auf die überwiegend von amerikanischen GIs besuchte Diskothek waren am 5. April 1986 drei Menschen getötet und mehr als 200 zum Teil schwer verletzt worden. Den Plädoyers der Nebenkläger folgen die Schlussvorträge von Verteidigung und Angeklagten. Mit einem Urteil ist im November zu rechnen.

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