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Deutschland lieferte Erreger für Biowaffen in die USA

Exportweltmeister Deutschland

Deutschland hat Erreger für Biowaffen in die USA geliefert. Diese Lieferungen seien "in voller Übereinstimmung mit dem Ausfuhrrecht" erfolgt, bestätigte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Sonntag in Berlin einen Bericht der "Welt am Sonntag". Der Rüstungsexportbericht der Bundesregierung belegt, dass Deutschland 1999 unter der Position "ABC-Schutzausrüstung" chemische und biologische Erreger - so genannte Agenzien - für den Kriegsgebrauch im Wert von 77,4 Millionen Mark in die USA exportierte. Diese Substanzen machten zwölf Prozent des Rüstungsexports in die USA aus.

Über den Zweck des Exports zitiert die Zeitung aus dem Dokument wörtlich: "biologische Agenzien und radioaktive Stoffe für den Kriegsgebrauch (zur Außergefechtsetzung von Menschen und Tieren, zur Funktionsbeeinträchtigung von Geräten oder zur Vernichtung von Ernten oder der Umwelt) und chemische Kampfstoffe."

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes machte vor diesem Hintergrund die bemerkenswerte Äußerung: "Die Bundesregierung setzt sich weltweit für die Ächtung und Vernichtung dieser heimtückischen und unmenschlichen Waffen ein.".

Das Verteidigungsministerium wies Berichte zurück, es wolle vor dem Hintergrund terroristischer Bedrohung mit Biowaffen eine Impfstoffreserve gegen Pockenviren anlegen. Die Bundeswehr forsche seit langem daran, Gegenmittel gegen biologische Kampfstoffe zu entwickeln, sagte ein Sprecher. Eine entsprechende Reserve werde für die Soldaten bereitgehalten und regelmäßig begutachtet. Dies sei kürzlich geschehen. "Reine Spekulation" sei daher die Meldung des Magazins "Focus", das Ministerium werde dem Impfstoffwerk in Dessau-Tornau in den nächsten Tagen den Auftrag zur Herstellung von zwei Millionen Einheiten Pockenimpfstoff erteilen, ergänzte der Sprecher.

Unterdessen lässt das Bundesverbraucherschutzministerium Informationen über gefährliche Chemikalien und Pestizide aus dem Internet löschen, die zur Vorbereitung von Anschlägen genutzt werden könnten. Die Biologische Bundesanstalt nahm ihre Pflanzenschutzmittel-Datenbank vom Netz. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz sperrte sämtliche Informationen zu Chemikalien.

Bei einer Umfrage des Instituts polis für den "Focus" sagten 49 Prozent der 509 Befragten, sie hätten Angst vor Anschlägen mit lebensbedrohlichen Keimen. 46 Prozent sehen eine reale Gefahr in Attacken auf Chemiefabriken. Jeweils 45 Prozent befürchten eine Verseuchung von Trinkwasser und Angriffe auf Atomkraftwerke.

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