Ökologischer Landbau
Tugend aus der Not: Kuba hat weltweit größten Biolandwirtschaftsanteil
Das Fernseh-Magazin "Dschungel" im WDR 3 zeigte die Agrarwende Kubas der letzten 10 Jahre. Zu fast jedem Bio-Garten gehört ein kleiner Verkaufsladen. Bio-Obst und Biogemüse sind in Kuba keine Luxusartikel, sondern selbstverständlich. Die Bio-Land-Struktur in der Großstadtschaft Gesundheit und Arbeitsplätze. Pflanzen und Menschen werden durch keinerlei Chemie verseucht. Auch Heilkräuter werden massenhaft angebaut. Weil in Kuba Medikamente fehlen, wird altes Heilwissen wiederentdeckt.
Auf der Insel arbeiten 22.000 Menschen in 7000 staatlichen Bio-Gärten. Hinzu kommen 100.000 private Familienbetriebe. Selbst der traditionelle Exportschlager Zucker, wird immer häufiger biologisch angebaut. Viele Zucker-Anbau-Betriebe erhielten inzwischen das Ökosiegel der Europäischen Union.
Kubas Agrarwende ist erklärbar. Durch den Zusammenbruch der alten Sowjetunion hatte auch Kuba vor 10 Jahren große Probleme. Die agrochemischen Produkte wurden sehr teuer und für Kuba unbezahlbar. Die USA boykottieren die Zucker-Insel bis heute. Es drohte eine Hungersnot. Doch aus der Not wurde eine Tugend gemacht: Die Agrarwende begann. Heute sind 25 Prozent der Agrarfläche biologisch angebaut. In der EU sind es zirka fünf Prozent, in Deutschland 2,6 Prozent.
Dr. Emilio Fernandez vom Institut für Ernährungsforschung in Havanna: "Die neunziger Jahre waren eine echte Revolution. Mit der Einführung der biologischen Landwirtschaft wurde nicht nur die Agrarchemie gestoppt, sondern es wurden uns auch die enormen Schäden bewusst, welche die Chemie verursacht hatte." In 10 weiteren lateinamerikanischen Ländern sind jetzt Agrar-Entwicklungshelfer aus Kuba dabei, den friedlichen Teil der kubanischen Revolution zu exportieren. Auch Deutschland kann von Kuba lernen. Dort wird bereits im großen Stile umgesetzt, was in Deutschland diskutiert wird, ob die generelle Agrarwende überhaupt möglich ist.
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