Atomkraft

Weitere Panne in AKW Philippsburg

Im Atomkraftwerk Philippsburg hat es im August neben der bekannt gewordenen Panne noch einen weiteren offenbar schwerwiegenden Zwischenfall gegeben. Wie der baden-württembergische Umweltminister Ulrich Müller mitteilte, wiesen die Flutbehälterpaare des Notkühlsystems in Block 2 neben einer zu geringen Konzentration an Borsäure auch zu geringe Füllstände auf. Bei einem Notfall wäre das System damit nur eingeschränkt funktioniert gewesen. Das Landesumweltministerium habe am Montagabend davon erfahren und die Informationen sogleich an Bundesumweltminister Jürgen Trittin weitergeleitet. Müller zufolge hatte die Betreiberfirma Energie Baden-Württemberg AG den Vorfall nicht gemeldet, obwohl eine "Sofortmeldung" erforderlich gewesen wäre.

Das Ereignis habe nach einer ersten Bewertung der Sicherheitsstufe 2 entsprochen, betonte Müller. Er sprach von einer bewussten Verletzung der Regeln, die weitgehende Fragen aufwerfe. Das baden-württembergische Kabinett zog unterdessen erste Konsequenzen aus den Fehlern im Sicherheitsmanagement der Kraftwerksbetreiber und beschloss, eine so genannte "Task Force" mit drei unabhängigen Sachverständigen einzurichten. Diese soll die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften in allen drei Atomkraftwerken in Baden-Württemberg.

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