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Jagoda kritisiert heftig Personalpolitik und "Jugendkult" der Wirtschaft

Unternehmensschelte

Die Zahl der Arbeitslosen wird nach Einschätzung des Präsidenten der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit (BA), Bernhard Jagoda, spätestens im Januar die Vier-Millionen-Marke überschreiten. Möglicherweise werde diese Schallmauer auch schon im Dezember durchbrochen, sagte Jagoda der "Berliner Zeitung". Jagoda kritisierte vor allem die Personalpolitik der deutschen Unternehmen. Einerseits klagten die Firmen, dass sie 1,5 Millionen offene Stellen nicht besetzen könnten, andererseits stelle die Bundesanstalt den Unternehmen eine Datenbank mit 1,6 Millionen Bewerbern zur Verfügung, die teilweise über Top-Qualitäten verfügten.

Doch häufig würden erfahrene Kräfte nicht eingestellt, weil sie als zu alt abgewiesen würden. Er halte diesen "Jugendkult" der Wirtschaft "in jedem Fall für verheerend", sagte Jagoda. Sechs von zehn Firmen in Deutschland beschäftigten schon jetzt keine Mitarbeiter jenseits der 50 mehr.

Hinzu komme, dass viele Unternehmen in Konjunkturkrisen zu schnell Arbeitsplätze abbauten, anstatt auf innovative Arbeitszeitmodelle zu setzen. "Und wenn die Konjunktur anspringt, klagen sie, dass es ihnen an Fachkräften fehlt", bemängelte Jagoda.

Den Tarifpartnern riet der BA-Chef, in den kommenden Lohnrunden ihre "vernünftige, arbeitsplatzschaffende Tarifpolitik" fortzusetzen. Er würde Lohnabschlüsse begrüßen, "die die Inflation ausgleichen, ohne die Produktivitätssteigerung komplett auszuschöpfen". Auf diese Weise bleibe Spielraum für Investitionen.

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