Angst vor einem Guerilla-Krieg
US-Spezialeinheiten in Afghanistan
Bei aller Erleichterung über die militärischen Fortschritte der letzten Tage ist das Pentagon doch beunruhigt über das Tempo und die möglichen Gründe für den schnellen Rückzug der Taliban. In der Vergangenheit haben sich afghanische Kämpfer schon taktisch motiviert vor einer übermächtigen Invasionsmacht zurückgezogen, um dann neu formiert die Guerilla-Offensive aus dem Hinterhalt zu beginnen.
Zwar geht das Pentagon derzeit davon aus, dass keine unmittelbare Gefahr durch einen massiven Taliban-Gegenangriff droht. "Wenn es sich um einen organisierten Rückzug handelte, hätten wir sehr viel mehr mögliche Angriffsziele aus der Luft", sagt ein hoher Pentagon-Beamter. In der Tat sind in den letzten Tagen viele Flugzeuge mit voller Munitionsladung zurückgekommen. Allerdings bestand auch das Problem, Freund und Feind bei der dynamischen Entwicklung am Boden zu unterscheiden.
Die Gefahr eines Guerilla-Krieges, bei dem sich der Feind im unwirtlichen Gebirge in Höhlen verschanzen und Überraschungsangriffe starten kann, nimmt dennoch immer mehr Konturen an. Die USA rechnen damit, dass die Taliban die noch aus dem Krieg gegen die Sowjetunion stammenden und mit Waffen bestückten Höhlensysteme weiter ausgebauthaben.
Mit Blick auf die Verluste im "Höhlenkampf" mit afghanischen Rebellen in den 80er Jahren warnen russische Militärexperten davor, allein Spezialeinheiten in die "Todesfallen" zu schicken. Kämpfe im Inneren würden unweigerlich viele Opfer fordern. Stattdessen raten sie, die Höhleneingänge mit Sprengstoff oder mit einer Präzisionsbombardierung zu "versiegeln". Zunächst müssten dazu die Verstecke, die über uralte Bewässerungssysteme, den "Karez", miteinander verbunden sind, aber geortet werden. Auch bei dieser äußerst schwierigen Aufgabe sollen die Spezialeinheiten eingesetzt werden.
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Am 16. Nov. 2001 unter:
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