Medien

Fernsehsender in Kabul nimmt sein Programm auf

Fünf Jahre nachdem das Taliban-Regime Fernsehen als unislamisch verboten hatte, konnten am Wochenende afghanische TV-Geräte wieder TV-Programme empfangen. Humayon Rawi, TV-Direktor des Senders in Kabul, bot ein Live-Programm mit Diskussionen, Musik und Nachrichten in Paschtun und Dari.

Die Fernsehsprecherin Lida Azimi kehrte nach fünf Jahren der Arbeitslosigkeit wieder an ihren alten Arbeitsplatz zurück. Ein weißes Kopftuch tragend drückte sie ihre Freude aus. Das Nachmittagsprogramm wurde von der 16-jährigen Afghanin Mariam Shakebar eröffnet. Auch sie trug ein braunes und cremefarbenes Kopftuch wie es zur Zeit der Taliban unmöglich gewesen wäre. Shimuddin Shamsuddin, einer der Moderatoren, hob die Bedeutung des Fernsehens vor allem für Frauen in der afghanischen Hauptstadt hervor.

Die Sendestation wurde durch die Kämpfe um Kabul halb zerstört und stand seit dem Einzug der Taliban im Jahr 1996 leer. Die Satellitenanlage wurde bereits davor schwer beschädigt. Laut Guardian haben afghanische Techniker eine alte Antenne auf das Dach des Intercontinental Hotels in Kabul montiert.

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