Aktivere Arbeitsmarktpolitik gefordert
Unmut über Eichel-Sparkurs bricht sich Bahn
Nach kontroverser Debatte billigte der Parteitag den von der Parteispitze vorgelegten Leitantrag "Sicherheit im Wandel". Darin werden Eckpunkte für eine künftige sozialdemokratische Reformpolitik benannt, in deren Mittelpunkt der Arbeitsmarkt steht. Am Ziel der Vollbeschäftigung hält die SPD darin fest. Bis 2007 sollen 7,4 Milliarden Mark für den Ausbau der Infrastruktur bereitgestellt werden. Aus dem 24-seitigen Papier stechen zwei Vorschläge heraus: der langfristige Umbau der Arbeitslosenversicherung zur Erwerbstätigenversicherung, in die auch Selbstständige einbezogen sein sollen, sowie die Überprüfung des Ehegattensplittings.
Engelen-Kefer unterstrich, die beste Haushaltssanierung sei "mehr Beschäftigung und weniger Arbeitslose". Der Sprecher der SPD-Linken, Detlev von Larcher, sagte, "in einen Abschwung darf man nicht hineinsparen". Eichel müsse sein Konsolidierungsprogramm den gesellschaftlichen Notwendigkeiten und wirtschaftlichen Realitäten anpassen.
Der Finanzminister und auch SPD-Vize Wolfgang Clement behaupteten dagegen, in der heutigen Weltwirtschaft habe der Staat praktisch keine Möglichkeit mehr, die Konjunktur zu steuern. Das Ergebnis wären nur höhere Staatsschulden.
Eichel räumte ein, im Winter werde die Arbeitslosenzahl wieder die Marke von vier Millionen überschreiten. Es habe keinen Zweck, darum herumzureden.
SPD-Generalsekretär Franz Müntefering kündigte ein verschärftes Vorgehen gegen illegale Beschäftigung an. Allein 2001 gingen Deutschland mindestens 300 Milliarden Mark durch Schwarzarbeit verloren. Es könne nicht sein, dass "ehrliche Arbeitnehmer", die ihre Sozialversicherungsbeiträge bezahlten, die "Dummen" seien. SPD-Fraktionsvize Franz Thönnes warf den Arbeitgebern angesichts von 1,8 Millionen Überstunden vor, "die eigentlichen Drückeberger" zu sein.
Riester forderte die Unternehmen auf, neue Stellen zu schaffen. Die Bundesregierung habe die Rahmenbedingungen dazu geschaffen. Die Gewerkschaften hätten mit einer moderaten Tarifpolitik viel für mehr Beschäftigung getan. Nun seien auch die "anderen Akteure" gefragt. Zuvor hatte Eichel die Tarifpartner indirekt zu moderaten Abschlüssen aufgefordert. Der Finanzminister unterstrich zwar die Tarifautonomie, erinnerte die Tarifpartner aber zugleich an ihre verantwortungsvollen Abschlüsse in den vergangenen Jahren.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 21. Nov. 2001 unter:
arbeitStichworte:
« SPD will vom Ehegattensplitting auf Kinderförderung umschwenken
Fahndung nach Ex-Staatssekretär und Daimler-Manager Pfahls »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
