Atomkraft

Umweltverbände fordern sofortigen Atomenergie-Stopp

Angesichts der Gefahr möglicher Terroranschläge auf Atomkraftwerke reißt die Kritik am Atomkonsens zwischen Bundesregierung und Stromindustrie nicht ab. Umweltverbände verlangten die sofortige Stillegung aller Atomkraftwerke. Bei einer Bundestags-Anhörung in Berlin zur Atomgesetznovelle sprachen mehrere Experten von einem wegen der Terrorismusgefahr erhöhten Restrisiko. Die deutsche Sektion der Anti-Atom-Gruppe Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs hält den Atomkonsens in seiner jetzigen Form für verfassungswidrig. Dagegen kritisierte die CSU-Landesgruppe im Bundestag, der Atomausstieg gehe zu Lasten der Sicherheit.

Die nach der Novelle vereinbarte Erlaubnis zum Weiterbetrieb der Meiler sei seit dem 11. September durch nichts mehr zu rechtfertigen, sagte die IPPNW-Vorsitzende Angelika Claußen. Da die deutschen Atomkraftwerke nicht ausreichend gegen Terroranschläge geschützt seien, erwäge der IPPNW rechtliche Schritte gegen den Weiterbetrieb. Nach Angaben der Organisation wäre bei einem Atomunglück im Ausmaße Tschernobyls hierzulande mit bis zu vier Millionen Krebstoten zu rechnen.

Claußen verwies auf das Kalkar-Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1978. Die Richter hätten damals entschieden, dass bei einer extremen Gefahr die Sicherheit der Bevölkerung vor den Betreibernteressen stehe. Der Atomkonsens laufe diesem Urteil entgegen, kritisierte sie.

Die Bundesregierung sichere in dem Entwurf den Betrieb der Anlagen für im Schnitt 32 Jahre Laufzeit je Meiler zu. Angesichts der erhöhten Risiken nach dem 11. September werde die Bevölkerung gezwungen, mit einer extremen Gefahr zu leben. Die Grünen-Umweltexpertin Michaele Husted erklärte dagegen, für eine abschließende Bewertung der Risiken durch Terroranschläge müssten weitere Untersuchungen abgewartet werden.

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