CDU-Spendenaffäre

Die Hauptpersonen

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Akteure in der CDU-Spendenaffäre:

LÜTHJE, Uwe: Er war unter Kiep Generalbevollmächtigter der Schatzmeisterei. In schriftlichen Antworten auf Fragen des Ausschusses belastete er Kiep schwer und sagte auch gegen Kohl aus. Seinen Angaben zufolge spendete Siemens der CDU ab 1984 jährlich eine Million Mark in bar - als Gegenleistung für "Türöffnerdienste" bei Geschäften mit der DDR.

PFAHLS, Ludwig Holger: Der ehemalige Büroleiter von Franz Josef Strauß, Ex-Verfassungsschutzpräsident und frühere Verteidigungsstaatssekretär soll 1991 von Schreiber 3,8 Millionen Mark für die Unterstützung beim Verkauf von 36 Spürpanzern nach Saudi-Arabien bekommen haben. Im Juli 1999 tauchte der wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung gesuchte CSU-Politiker in Asien ab und ist seitdem auf der Flucht vor den internationalen Strafverfolgern.

PRINZ ZU SAYN-WITTGENSTEIN, Casimir Johannes: Der ehemalige Schatzmeister der Hessen-CDU wusste über den Transfer der Parteigelder ins Ausland Bescheid. Für Wirbel sorgte er mit seinem Versuch, die illegale Rückholaktion von rund 14,5 Millionen Mark mit der Behauptung zu verschleiern, ein Teil der Gelder stamme aus jüdischen Vermächtnissen.

SCHÄUBLE, Wolfgang: Schäuble war zunächst Vorreiter in der CDU-internen Aufklärung der Affäre, verlor später aber wegen Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit einer 100.000-Mark-Spende des Waffenhändlers Schreiber seine Ämter als CDU- und Unions-Fraktionschef. Die Existenz der Spende hatte er zunächst abgestritten, später gab er an, das Geld persönlich entgegengenommen zu haben. Ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen Falschaussage wurde im November 2001 eingestellt.

SCHREIBER, Karlheinz: Der Waffenhändler und einstige Intimus von Franz Josef Strauß hat die CDU mindestens zwei Mal mit Großspenden unterstützt, die nicht in den Rechenschaftsberichten auftauchten. Im Zuge der Affäre setzte sich der wegen Bestechung, Betrug und Untreue gesuchte Deutschkandadier nach Toronto ab, um sich seiner Verhaftung zu entziehen. Von dort aus sorgte er mehrfach mit vielsagenden Andeutungen über Unions-Politiker für Wirbel. Indizien deuten daraufhin, dass die Kohl-Regierung seine Waffengeschäfte unter anderem mit Saudi-Arabien unterstützte.

SIRVEN, Alfred: Der ehemalige Elf-Manager hat geschätzte 1,5 Millarden Mark für die "politische Landschaftspflege" ausgegeben. Auch beim Leuna-Geschäft soll er Schmiergelder verteilt haben. Dass damit CDU-Politiker bestochen worden sein sollen, wurde nie nachgewiesen. Sirven wurde unter spektakulären Umständen Anfang 2001 auf den Philippinen festgenommen und über Frankfurt in Pariser Haft überstellt. Der Ausschuss will ihn am 14. Januar 2002 in Paris vernehmen.

TERLINDEN, Hans: Er war seit 1989 Hauptabteilungsleiter der CDU und langjähriger enger Vertrauter Kohls. Schäuble entließ ihn im Dezember 1999 fristlos, nachdem Terlinden ein wichtiges Dokument zur Aufklärung an ihm vorbei direkt zu Kohl geschleust hatte. Vor dem Ausschuss verweigerte er unter Berufung auf laufende Ermittlungen die Aussage.

WEYRAUCH, Horst: Der "Herr der schwarzen Kassen" war von 1975 bis Anfang 2000 CDU-Finanzberater. Er organisierte die schwarzen Konten im In- und Ausland und bewegte zwischen 1988 bis 1998 mindestens 14,4 Millionen Mark. Im Ausschuss verweigerte er die Aussage. Vor der Staatsanwaltschaft Bonn belastete er Kiep: Der Schatzmeister habe über die Schwarzkonten Bescheid gewusst.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!