Zankapfel Parteiengesetz
SPD: "Kohl hat in diesem Parlament nichts mehr zu suchen"
Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Wilhelm Schmidt, hielt in der Debatte Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) vor, sich am Vortag im Parteispenden-Untersuchungsausschuss erneut davor gedrückt zu haben, zur Aufklärung der Affäre beizutragen. "Kohl hat in diesem Parlament nichts mehr zu suchen", sagte Schmidt.
Der CDU-Abgeordnete Norbert Röttgen hielt Schmidt entgegen, die SPD wolle "unter dem Deckmantel der Diffamierung des politischen Gegners" weiter ihre wirtschaftlichen Interessen verfolgen. Die SPD sei einer der größten Pressekonzerne des Landes, wolle aber ihr Vermögen nicht offen legen. Die Aufgabe von Parteien sei es jedoch nicht, sich an Presseunternehmen zu beteiligen. Daher müssten die Parteien auf ihre eigentliche Aufgabe begrenzt werden, an der politischen Willensbildung mitzuwirken.
SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier wies Röttgens Vorwurf entschieden zurück, dass ihre Partei die Finanzen nicht offen lege. Der Unions-Entwurf verlange von der SPD die Aufgabe unternehmerischer Tätigkeit. Das Vermögen ihrer Partei sei aber ehrlich erworben und werde durch legale unternehmerische Tätigkeit vermehrt. Auch Schmidt betonte, die SPD habe ihre Beteiligungen immer offengelegt. Was die Union zur Behandlung von parteieigenem Vermögen vorschlage, grenze an Enteignung.
Der FDP-Innenexperte Max Stadler bezeichnete Unternehmensbeteiligungen von Parteien als problematisch. Dies gelte insbesondere dann, wenn sie die Medien betreffen. Insgesamt stimmten die Vorstellungen seiner Fraktion zur Reform des Parteiengesetzes aber eher mit denen der SPD als mit denen der Union überein.
Für die PDS sagte die Abgeordnete Evelyn Kenzler, der Koalitionsentwurf bemühe sich zwar um vernünftige Lösungen, sei aber nicht weitgehend genug. So plädiere ihre Fraktion für weitergehende strafrechtliche Sanktionen als in der Koalitionsvorlage vorgesehen.
Der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele unterstrich, die Koalition wolle mit ihrer Vorlage Konsequenzen aus dem CDU-Spendenskandal ziehen. Es sei nicht länger hinnehmen, dass Kohl das Gesetz "in fortgesetzter Handlung immer weiter bricht". Wer künftig das Gesetz vorsätzlich breche, solle sich strafrechtlich verantworten müssen.
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Am 14. Dez. 2001 unter:
politikStichworte:
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