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Anwältin im Tschad erhält "Martin-Ennals-Preis für Menschenrechtsverteidiger"

Menschenrechtspreis verliehen

Am Mittwoch wurde bei einem Treffen von Menschenrechtsorganisationen in Dublin bekannt gegeben, dass die tschadische Rechtsanwältin Jacqueline Moudeina den "Martin-Ennals-Preis für Menschenrechtsverteidiger" erhält. Diese hohe Auszeichnung erhält die Anwältin für ihre mutige Vertretung der Opfer des im senegalesischen Exil lebenden Ex-Diktators Hissène Habré (1982-90) und seiner Folterknechte, die zum großen Teil heute noch im Amt sind. Das Referat Menschenrechte im Diakonischen Werk der EKD und "Brot für die Welt" freuen sich besonders über diese Auszeichnung, da sie die Arbeit der Menschenrechtlerin seit vielen Jahren unterstützen.

Jacqueline Moudeina ist eine der wenigen weiblichen Rechtsanwälte im Tschad. Sie arbeitet bei der Menschenrechtsorganisation Association Tchadienne pour la Promotion et la Défence des Droits de l´Homme (ATPDH). Diese prangert Menschenrechtsverletzungen im Tschad an, bietet den Opfern kostenlose Rechtsberatung an und organisiert landesweit Trainings in Menschenrechtsfragen. Jacqueline Moudeina ist Mitanklägerin gegen den Ex-Diktator Habré, gegen den von internationalen Menschenrechtsorganisationen in Belgien ein Gerichtsverfahren angestrengt wird.

Zurzeit erholt sich Jacqueline Moudeina in Frankreich von ihren schweren Verletzungen, die sie am 11. Juni 2001 bei einem friedlichen Protest gegen den Wahlbetrug erlitten hat, als eine Handgranate von einem Sicherheitsagenten gezielt auf sie geworfen wurde. Der "Martin-Ennals-Preis für Menschenrechtsverteidiger" bedeutet für sie nicht nur eine Auszeichnung, sondern durch seine internationale Öffentlichkeitswirkung auch Schutz vor weiterer lebensbedrohlicher Verfolgung.

Die offizielle Preisübergabe findet am 11. April in Genf während der Sitzungsperiode der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen im Rahmen eines Nord-Süd-Filmfestivals statt. Der "Martin-Ennals-Preis für Menschenrechtsverteidiger" wird von zehn international tätigen Organisationen wie dem Menschenrechtsreferat des Diakonischen Werkes der EKD, Amnesty International, der Internationalen Juristenkommission, Human Rights Watch und anderen für besonders gefährdete und mutige Einzelpersonen bzw. Gruppen im Menschenrechtsbereich vergeben. Er ist mit 20.000 Schweizer Franken dotiert.

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