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Künast fordert klare Kennzeichnugsregelung für Gentechnikprodukte

Gentechnik

Verbraucherschutzministerin Renate Künast fordert klare Kennzeichnungsregelungen für die so genannte grüne Gentechnik. Nur so könne der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen in der Lebensmittelherstellung zurückverfolgt und eine Wahlfreiheit für die Bürger garantiert werden, sagte beim Forum Agrarpolitik des Deutschen Bauernverbandes zum Thema "Gentechnik in Futtermitteln". Es müsse die höchste Sicherheitsstufe gelten, wie bei BSE dürfe es keine Kompromisse geben. Künast sprach sich für einen nationalen Diskurs zur Gentechnik unter Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppen aus. Nur so könne ein Ergebnis erzielt werden, das von einer breiten Bevölkerungsmehrheit getragen werde.

Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace verteilten vor Beginn der Veranstaltung Tütchen mit gentechnisch freien Sojakeimen. Auf Handzetteln wurden Futtermittellieferanten und Lebensmittelhersteller aufgefordert, die Herkunft der Rohstoffe lückenlos zu dokumentieren. Im vergangenen Jahr wurden laut Künast weltweit auf 52,6 Millionen Hektar gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Das waren 19 Prozent mehr als 2000.

Nach den Worten der Ministerin erhalten sowohl die Verbraucher als auch die Landwirte durch eine konsequente Informationspolitik die Chance, selbst zu entscheiden, ob sie derartige Produkte kaufen beziehungsweise als Futtermittel in der Tierproduktion einsetzen. Künast verwies darauf, dass heute Schätzungen zufolge etwa 50 Prozent der Futtermittel für Schweine, 30 Prozent der Futtermittel für Rinder und 20 Prozent der Futtermittel für Geflügel gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten. Der eigentliche Betrug bestehe aber darin, dass dies nirgends gekennzeichnet werden müsse.

Die Ministerin führte eine Umfrage an, wonach die Mehrheit der Bevölkerung derzeit Bedenken bezüglich der "grünen" Gentechnik habe. 73 Prozent seien der Meinung, man könne sich nicht darauf verlassen, dass die gesundheitliche Unbedenklichkeit gentechnisch hergestellter Lebensmittel genau geprüft wird. 88 Prozent fühlten sich nicht ausreichend darüber informiert, ob Lebensmittel mit Hilfe von Gentechnik hergestellt wurden.

Nach Darstellung von DBV-Präsident Gerd Sonnleitner stehen viele Landwirte der "grünen" Gentechnik skeptisch gegenüber. Bei den Bauern gebe es die Sorge, dass sie ohne eigenes Zutun erneut Schaden erleiden könnten, wenn das Verbrauchervertrauen in die Produkte wieder einbreche. Während vor allem in den USA die Zahl der zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen wachse, gebe es in der Europäischen Union faktisch ein Moratorium in diesem Bereich. In die EU würden jedoch jährlich etwa 40 Millionen Tonnen Getreide, Ölsaaten und Futtermittel eingeführt, vor allem aus Nord- und Südamerika. Sonnleitner forderte deshalb klare Kennzeichnungsregeln, damit die Landwirte eine Wahlfreiheit bei Saatgut und Futtermitteln haben.

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