Bombardier-Rettung

IWH-Präsident Pohl kritisiert Kanzler-Intervention

Das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) rechnet nach der Intervention von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) beim Bombardier-Werk in Halle-Ammendorf mit negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft. "Das ist abschreckend", sagte IWH-Präsident Rüdiger Pohl in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview des Wirtschaftsmagazins "Focus-Money". Er fügte hinzu: "Für das Land ist die Intervention ein negatives Signal." Wer den Standort verlassen wolle, bekomme es sofort mit der Bundesregierung zu tun. In der Öffentlichkeit verstärke sich dadurch der Eindruck, Sachsen-Anhalt sei eine Krisenregion.

Es sei völlig unklar, ob der Standort Ammendorf wirklich gerettet sei, sagte Pohl weiter. Zugleich kritisierte der IWH-Präsident die Kosten der Rettungsaktion. Sachsen-Anhalt kaufe dem Konzern Immobilien ab, damit dieser in Ammendorf bleibe. Dabei sei der Landeshaushalt defizitär, etliche Gewerbegebiete würden nicht genutzt. Die Politik garantiere Bombardier Aufträge, die anderswo wegfielen, kritisierte Pohl weiter.

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